Der vollendende Strich

2. Dezember 2019 - 9:16 | Iacov Grinberg

Familienfest Weihnachten – die Märchenstraße des Augsburger Christkindlesmarkts

Im russischsprachigen Kulturraum gibt es eine Bezeichnung – „der vollendende Strich“. Man behauptet, dass ein gutes Bild durch einen solchen in ein Meisterwerk verwandelt werden kann. Die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – nach meinen Blick spielt die Märchenstraße im Rahmen des Augsburger Christkindlesmarkts ausgerechnet die Rolle eines solchen Striches. Warum?

Als wir Eltern geworden sind, erkannten wir, dass ein Fest in erster Linie für Kinder gemacht werden sollte. Weihnachten nennt man in Deutschland „Familienfest“. Die Märchenstraße hilft, den Christkindlesmarkt für Kinder attraktiver zu machen.

Für uns Erwachsene gibt es dort etwas zum Einkaufen und Anschauen, viel zum Essen und Trinken und das Wichtigste – die Möglichkeit, sich mit Bekannten zu treffen. Für Kinder sind unsere Einkäufe selten interessant, Essen und Süßigkeiten beschäftigen sie nicht lange, Kinderpunsch ist ihnen weniger lieb als eine Cola und während unseren Gesprächen langweilen sie sich oft. Sie möchten aktiv sein, spielen – hier hilft die Märchenstraße.

Sie ist nicht zum ersten Mal auf dem Markt präsent, sie entstand auf Initiative der Regio Augsburg Tourismus und deren Tourismusdirektors Götz Beck. Heuer ist sie unter der künstlerischen Leitung und mit der künstlerischen Beteiligung von Sonja Wolf, mit künstlerischer Umsetzung von Ullrich Styra (Firma Deko+Design) entstanden. Die diesjährige Märchenstraße basiert auf einem Märchen von Sven Nordqvist, erzählt wie Pettersson Weihnachtsbesuch bekommt und beinhaltet insgesamt neun Stationen/Szenen, die über den gesamten Raum des Weihnachtsmarktes verteilt sind. Nicht nur Puppen sind zu sehen und Texte zu lesen, es gibt auch ein Rätsel. Kinder können die gestellten Fragen beantworten, Rätselkarten in den Briefkasten am Christkindels-Postamt werfen und mit etwas Glück auf attraktive Preisen hoffen.

Ich kenne die Märchen um Pettersson nicht, sie wurden geschrieben, als meine Kinder schon andere Bücher lasen. Die glänzenden Augen der Kindergartenkinder aber und aktive Gespräche der größeren Kinder bei der Beantwortung der Fragen erlauben mir, die Märchenstraße als erfolgreich einzuschätzen. Und ich kann mir nur wünschen, dass wir jedes Fest möglichst attraktiv für Kinder gestalten. Unsere Eltern haben das für uns gemacht, jetzt sind wir am Ball.

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