Was wollte Brecht 1918/19?

27. April 2019 - 15:35 | Michael Friedrichs

Die Ausstellung zur Augsburger Räterepublik in der Staats- und Stadtbibliothek schloss am 26. April. Am Vorabend präsentierte Jürgen Hillesheim (Brecht-Forschungsstätte) im Brechthaus sein Buch »Zwischen Affirmation und Verweigerung«.

Anschließend stellte er sich einer Diskussion mit Reinhold Forster (Geschichtsagentur), Helmut Gier (früher Staats- und Stadtbibliothek), Karl-Georg Pfändtner (heute Staats- und Stadtbibliothek) und dem Publikum; es moderierte Werner Reif (früher Augsburger Allgemeine).

Im Zentrum der Kontroverse standen die Begriffe Revolution, Konterrevolutionär und Kommunismus. War Brecht ein Gegner der Revolution, 1918/19 und womöglich zeitlebens? Kann man ihn ernsthaft als Konterrevolutionär bezeichnen? Hillesheim blieb dabei; andere Diskussionsteilnehmer empfahlen eine genauere Terminologie. Helmut Gier erinnerte daran, dass der Entwurf zu Brechts Stück »Trommeln in der Nacht« bereits im Februar 1919 fertig war, lange vor den Osterunruhen.

Andere Kritikpunkte zu Hillesheims Thesen konnten nicht mehr angesprochen werden; Einigkeit bestand schließlich darin, Brecht als Pazifisten, als Gegner jeder Gewaltanwendung zu sehen (was man übrigens ebenfalls bestreiten könnte). Die inhaltliche Diskussion dürfte weitergehen, dazu lud auch Kulturreferent Thomas Weitzel ausdrücklich ein.

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