Waterdome

27. Oktober 2018 - 10:51 | Susanne Thoma

Eine audiovisuelle Sinfonie für die Wasserstadt Augsburg.

Ich liege auf einem der bequemen Sessel im Sparkassen-Planetarium und schaue hinauf zur Kuppel. Eine spezielle digitale Projektionstechnik ermöglicht sonst ein naturgetreues Abbild des Himmels in der Planetariumskuppel. Heute aber hat ein besonderes Projekt Premiere: »Waterdome«, eine Produktion von Studierenden der Hochschule Augsburg und der Universität der Künste Berlin. Eine audiovisuelle Sinfonie wurde von ihnen speziell für das Medienkunstfestival »lab30« geschaffen.

Ich werde in einen tiefen Brunnen versetzt. Von oben dringen einzelne Sonnenstrahlen herab. Ich befinde mich weiter unter Wasser, es könnte ein See sein. Wellen rauschen, Motorgeräusche sind zu hören. Es könnten die von Booten sein, die über mir kreuzen. Fische schwimmen vorbei und werden von Plastikfetzen verdrängt. Ich werde durch ein Rohrsystem gespült. Es sind Wasserwege, wie ich später erfahre. Die Studierenden haben sie in eine Acrylplatte gefräst und dort Flüssigkeit hineingefüllt, um den Lauf des Augsburger Wassers nachzuempfinden. Die visuellen und hörbaren Eindrücke sind stark und mir wird etwas schwindlig.

Die Studierenden waren unter der künstlerischen Leitung von Robert Rose und Hannes Hoelzl von LAB BINAER unterwegs auf Materialsuche. Sie haben das Wasserkraftwerk auf der Wolfzahnau besucht, sind in einen Trinkwasserspeicher gestiegen, haben aber auch viel experimentiert und zum Beispiel einen schmelzenden Eiswürfel unter dem Mikroskop fotografiert. In »Waterdome« verknüpfen sie experimentell die eingefangenen Bilder und Geräusche mit Musik und schaffen mit der Projektion in der Planetariumskuppel ein außergewöhnliches synästhetisches Erlebnis.

»Waterdome« ist noch vier Mal im Vorprogramm zu den jeweiligen Shows im Planetarium zu sehen.
Samstag, 27.10.2018 und Sonntag, 28.10.2018, jeweils 16.30 Uhr und 19.30 Uhr
Dauer: ca. 15 Minuten

Mit einer S-Planetariums-Eintrittskarte erhält man beim lab30 den ermäßigten Eintrittspreis und umgekehrt.

S-Planetarium, Ludwigstraße 14

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