Welt der Zeichen

20. August 2020 - 22:50 | Iacov Grinberg

Die neue Ausstellung »Wort – Schrift – Verwandlung« im Café und Liebertzimmer des Schaezlerpalais' zeigt einen interessanter Ausschnitt aus dem Schaffen des Augsburger Künstlers Zaven Hanbeck.

Obwohl Zaven Hanbeck auch Pflanzen, Landschaften und Tiere malt, bildedt die seine Arbeit mit Schriftzeichen den Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung: lateinische Buchstaben, arabische Schriftzeichen und Schriftzeichen weiterer Sprachen, in ganzen Silben oder gar in Piktogrammen. Manchmal stehen sie in Reihe und bilden einige lesbare Wörter, manchmal kann man Wörter einer Sprache nur vermuten, manchmal sind sie wie bei einem Kinderrätsel in farbigen Vielecken ohne erkennbare Ordnung angeordnet. Manche sind in Kanzleischrift, andere dekorativ.

Hanbecks Arbeiten sind von M.C. Escher inspiriert, der »unmögliche« Bilder schuf. Bei seinen Metamorphosen verwandelt Escher Objekte in andere, Hanbeck verwandelt einige Objekte in Reihen aus Schriftzeichen und geschriebene Wörter wiederum in Objekte. Dabei verwandelt er deutsche Sprichwörter in arabischsprachige Aussagen.

Zaven Hanbeck, Sohn einer Deutschen und eines Armeniers, wuchs im Iran auf, wo er Malerei studierte. Er ist mit lateinischen Buchstaben, persisch-arabischer und armenischer Schrift vertraut. Buchstaben oder Schriftzeichen einer Sprache ähneln manchmal jenen einer anderen Sprache, haben dabei eine ganz andere Bedeutung. Ebenso klingen Wörter einer bestimmten Sprache ähnlich wie Wörter einer anderen Sprache. Die meisten deutschen Betrachter kennen arabische Schriftzeichen nicht, sie können, wie auch ich, nicht die Feinheiten dieser Verwandlungen erkennen, den verborgenen Humor und die Poesie. Auch ein Ei, auf dessen Oberfläche einige Schriftzeichen aufgetragen sind, die in Persisch-Arabisch für das Wort »Huhn« stehen, bleibt für den nicht Sprachkundigen ohne zusätzliche Erklärung nur ein Ei mit dekorativ bemalter Oberfläche.

Die ausgestellten Arbeiten sind schön und sie laden zart und beharrlich zum Nachdenken ein. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. November zu sehen.

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