Wertvolle Ansichten

18. September 2017 - 16:55 | Iacov Grinberg

Natur-Bilder und -Momente von Wolf Noack im Rathaus Gersthofen

Wolf Noack scheut sich nicht, sein Schaffen dem unterschiedlichsten Publikum zu präsentieren: Sowohl im Münchener Haus der Kunst für erlesenes Publikum, als auch für technikbegeisterte Besucher und Mitarbeiter des Deutschen Patentamtes und für mit ihren laufenden Problemen und Geschäften beschäftigten Besuchern des Gersthofener Rathauses. Es scheint, dass er allen zeigen möchte, was er Besonderes in der Natur gesehen hat, was seiner Meinung nach andere noch nicht bemerkt haben, obwohl es äußerst sehenswert ist.

Der 1942 in Wien geborene Künstler führte lange Jahre erfolgreich eine eigene Werbeagentur und ist seit 1999 freischaffender Künstler. Zwischen Malern ist ein Spruch verbreitet, dass sein tägliches Brot mit eigenem Kunstschaffen zu bestreiten, eine eigene Begabung erfordert. Der liebe G-tt hat aber beim Verleihen der Begabungen an den Menschen sehr selten einem Mensch zwei Begabungen verliehen. Die sehr moderaten Preise für die Bilder von Wolf Noack zwingen uns zu dem Gedanken, dass er nicht gezwungen ist, sein tägliches Brot mit seinen Bildern zu bestreiten und, ungeachtet der Tatsche dass er Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler ist, für ihn die Malerei kein Brotberuf ist, sondern eine Berufung. Noack schafft ohne Rücksicht auf Geschmäcker des Publikums oder Meinungen der Galeristen, sondern nach eigenen seelischen Bestrebungen.

Seine künstlerischen Interessen sind breit, sehr bekannt sind, zum Beispiel, seine Bilder-Impressionen zu Mahlers Symphonien. In Gersthofen zeigt er, was ihn in der Natur besonders beindruckt hat. Einige seine Bilder sind in Zyklen vereinigt, wie die Natur-Momente oder „Versunken“, andere verbildlichen einzelne, miteinander nicht verbundene Landschaften und Szenen. Obwohl seine Natur-Momente auch interessant sind und einige schon während der Vernissage ihre Käufer gefunden haben, haben das Publikum seine bereits bekannten und ganz neuen großformatigen Naturbilder am meisten begeistert.

Natürlich kann man eine Vorstellung über diese Bilder aus kleinen Illustrationen in Katalogen bekommen, die Bilder selbst erobern dank ihres großen Formats aber das ganze Sichtfeld des Betrachters und ziehen ihn tief in das Geschehen: „Blaues Tal“, „Vollmond“, „Waldbrand“ oder „Sonnenwend“. Das sind Phänomene, die für ihre Beschreibung Musik, Gedichte oder große Bilder fordern. Sie können diese nich bis zum 16. November in voller Größe im Rathaus Gersthofen bewundern. Es lohnt sich, zweifelsohne.

Foto: Hochalm mit Schleierwolken, 2009, Acryl auf Leinwand, 150 x 180 cm

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