Wo der Gaul seinen Huf setzt, da will auch der Krebs hin

2. Februar 2015 - 12:01 | Iacov Grinberg

Vor 14. Februar schlagen alle Kaufhäuser etwas zum Valentintag vor – Marketing. Wenn die Stadtkultur sich unter dem Zeichen von Brecht befindet, warum soll jemand draußen bleiben? Auch die Galerie Tribut (Äußeres Pfaffengässchen 2) hat die Ausstellung „Brecht am Ball, Gras hinter Glas“ angekündigt.

Ein Teil, „Gras hinter Glas“, ist schon ab 19. Dezember als „Thymos. Popkultur der Authentizität“ ausgestellt. Das sind einige Kästchen, wo einige Grasbündelchen sich wirklich hinter Glas befinden. Das ist das authentische Gras von Fußballfeldern, auf welchen FCA Augsburg als Bundesliga-Team an bestimmten– und für jedes Bündelchen gezeigten – Daten spielte. Diese Sammlung erinnert mich an die bekannte Perversion „Fetischismus“, hat aber für Fans, so scheint es, eine große Bedeutung.

Aber was hat Berthold Brecht damit zu tun? Er interessierte sich für Boxen, nicht für Fußball. Aber das schreckte die Aussteller nicht ab. Sie haben einige mehr oder weniger passende Aussagen von Brecht gefunden, diese aus den Kontexten ausgerissen wurden und auf Papier mit Schriftart, die in 30-er Jahren üblich war, geschrieben, mit passenden Zeichnungen ergänzt und diese Blätter zwischen den Graskästchen aufgehängt.

Die Aussagen sind gut geschrieben, Zeichnungen gut gemacht, Kästchen gut zwischen Graskästchen platziert. Alles angeblich ganz seriös. Mir scheint das aber als ein Spott und freue mich, da das Humorgefühl in Augsburger Kulturszene noch nicht ausgestorben ist.
(Iacov Grinberg)

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