Zum Schauen, Anprobieren und Kaufen

17. Januar 2019 - 8:47 | Iacov Grinberg

„Jagen und Fischen“ auf dem Messegelände Augsburg

Ich besuche die Messe „Jagen und Fischen“ nicht zum ersten Mal, war aber meist in Begleitung von Kindern und natürlich mit ihnen beschäftigt. Diesmal bin ich alleine und schaue mit Verwunderung an das Publikum. Einen Teil bilden zweifelsohne einfach Schaulustige – wie ich.

Es gibt viel zu sehen: Knapp 50 Rassen und Schläge unterschiedlicher Jagdbegleiter auf vier Pfoten. Hunde sind für Menschen immer attraktiv, erwachsene Hunde und Welpen begeistern auch denjenigen, die nie auf Jagd waren und dies auch nicht planen. Wenn die Tiere im Zentrum der Halle ihr Können demonstrieren, gibt es keine gleichgültigen Blicke.

Im großen Rundaquarium zieht die heimische Fischfauna ihre gemütlichen Runden und lässt so manche Schuppe glitzern. Die meisten Besucher kennen Fische in der Regel nur als Filet aus dem Supermarkt. Einige Kenner erklären den anderen Besuchern, was für Fische sie sehen.

Ganz im Mittelpunkt der Präsentation des Fischereiverbandes Schwaben e.V. steht die Wertach. Im Unterallgäu haben sich Naturschützer und Fischer zu den „Wertachfreunden Unterallgäu“ zusammengeschlossen und informieren die Besucher über ihr Zukunftskonzept zur Renaturierung. Das Projekt „Wertach vital“ bei Augsburg hat hierbei absolute Vorbildfunktion. Parallel dazu präsentiert das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, was dank „Wertach vital“ zwischen Bobingen und Augsburg bereits tatsächlich erreicht wurde. Der Fluss ist wieder erlebbar. Die Bevölkerung schätzt dies mittlerweile sehr.

Sehr viele Gäste dieser Ausstellung möchten nicht nur schauen, sondern auswählen, anprobieren, prüfen und kaufen. Gibt es so viele Jäger und Fischer? Und falls ja, warum? Die Zeiten, in denen der gefangene Fisch oder das erlegte Tier unentbehrlich waren, sind vorbei. Heute sind industrieller Fischfang und Viehzucht Hauptlieferanten unserer Ernährung. Wenn man die Ausgaben eines nicht beruflichen Fischers oder Jägers mit der Ersparnis durch die eigene Beute vergleicht, kommt man meist zu einem katastrophalen Ergebnis. Was treibt die Menschen dazu?

Manche behaupten, dass es zwei verschiedene Muster des Benehmens bei Menschen gibt: Sammler und Jäger. Ich habe mit vielen Fischer- und Jäger-Amateuren gesprochen, die in ihren Familien einen großen Streit über die Ausgaben für diese ihre leidenschaftliche Tätigkeit hatten. Ich kann bestätigen, dass sie, wenn sie vom Fischen oder Jagen zurückkehren, noch einige Tage davon beseelt sind: Sie haben ihren inneren Trieb befriedigt.

Falls Sie einen solchen Trieb verspüren, besuchen Sie diese Ausstellung! Sie sind in guter Gesellschaft! Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen – und Erfolg beim Fischen oder Jagen.

www.jagenundfischen.de

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