Zum Vergnügen, Anschauen und Fühlen

11. April 2018 - 0:09 | Iacov Grinberg

Ein Besuch der Augsburger Frühjahrsausstellung »afa«, die noch bis 15. April besucht werden kann.

Die Mitglieder unserer kleinen Gruppe gehören zu den zahlreichen treuen Besuchern der »afa« und besuchen sie schon fast 20 Jahre. Heute gehören wir zu der größten Hälfte der Besucher, die die »afa« als ein abwechslungsreiches Ereignis betrachtet oder sie besucht, um neue Produkte und Dienstleitungen kennenzulernen. Die Statistik (man führt sie, um die künftigen Ausstellungen an die Bedürfnisse des Publikums anzupassen) behauptet, dass der Anteil unseren Gleichgesinnten seit 2013 um mehr als 25% gewachsen ist.

Natürlich gibt es Stände mit zahlreichen Allesklebern, Allesmixern, Allesschneidern und Brillenputzern, sie sind unvermeidlich wie Flöhe auf einem Hund. Ebenso gibt es aber immer wieder Spannendes zu entdecken: Zum Beispiel einen Stand, an welchem ein Computerprogramm Ihnen nach Ihrer Handschrift einige typische Züge Ihres Charakters erklärt. Als Ausstattung benutzt man dort alte Speicher auf einem Magnetband. Das erinnerte mich daran, dass derartige Programme schon damals existierten, als ähnliche Speicher noch echte Arbeitsgeräte waren.

Schon in der ersten Halle sind die Meinungen unserer Gruppe geteilt. Dort stehen zahlreiche Arten von edlem Whisky, Gin und Rum im Mittelpunkt. Meine Begleiter hielten sich dort lange auf und verglichen Geschmäcke miteinander, ich selbst aber bevorzuge eher Cognac und gute Weine. Meine Zeit kam in der nächsten Halle, wo ich einen wirklich exzellenten Amontillado gefunden habe. Wir verbrachten viel Zeit beim Probieren von italienischen und ungarischen Salamis. An verschiedensten Arten von Gastronomie mangelte es in keiner der Hallen.

Stände mit Virtual-Reality-Brillen schenkten uns nicht-jungen Menschen die Möglichkeit, künftige Technologien, die sehr schnell in unser Leben treten, kennenzulernen und eigene Erfahrungen zu machen. Besonders beeindruckend war es beim Stand des ehemaligen Vermessungsamtes, welches heute als Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung firmiert. Dort kann man Bayern aus der Vogelperspektive betrachten: Höher und niedriger, allgemein oder mit kleinen Details. Einziger Malus war, dass die Schärfe der Brillen nicht regulierbar war, für meine unterschiedlich starken Augen zeigte sich das Bild nicht scharf genug.

Etwas besonders Interessantes dieser Art gab es auch in der Halle 6 zu sehen. Außer zahlreichen pädagogisch geprüften Computerspielen, Brettspielen und neuen Nintendos gab es hier die Möglichkeit, mit der VR-Brille eine Drohne oder Spielzeugautos durch einen Raum mit Hindernissen zu führen – eine ganz besondere Erfahrung! Hier aber sollte man an Wochentagen kommen, da dieser Stand am Wochenende das Reich der Kinder ist.

Für die Möglichkeit eigener Erfahrungen in Sachen Elektromobilität muss man besonders die Stadtwerke loben. Sie stellen auf dem Freigelände alle in der Region erhältlichen Elektromobile verschiedener Produzenten vor und geben den Besuchern die Möglichkeit einer Probefahrt. Für meine Begleiter war dies wichtig, da jeder Händler nur eine begrenzte Auswahl von Fabrikaten hat. Für einen effektiven Vergleich vor dem Kauf braucht man jedoch möglichst viele verschiedene.

In Halle 3 hat sich dann unsere kleine Gruppe geteilt. Dort gab es sehr viel zum Genießen und Probieren, Piazza Italia mit Mode, Köstlichkeiten und eine wirkliche kulturelle Vielfalt dank »Augsburg International«. Jeder hat für sich etwas nach seinem Geschmack ausgesucht. Mich erfreute hier besonders die Präsenz des »Bundes für Geistesfreiheit«, einer Vereinigung von Freidenkern.

Die in Halle 4 vorgestellten, prächtigen, hochwertigen und entsprechend kostspieligen Möbelstücke betrachteten wir wie Museumsexponate. Wir, die ältere Generation, bleiben allerdings bei den schon vorhandenen Möbeln, die jüngere Generation hört so oder so nicht auf unsere Empfehlungen.

In der Halle 5 mit zahlreichen Angeboten von Handwerkern haben uns die Gartenwelten am meisten beindruckt. Hier sah man viel Kreativität, künstlerischen Geschmack und Fantasie. Das sollte man sich am Besten selbst anschauen.

Zwei Ereignisse in Halle 7 sind leider schon vorbei. Die Augsburger Autoschau und die RENEXPO, wo man sehr interessante kleine Windkraftwerke sah, gingen nur bis zum 10. April. Das kommende afa-Wochenende verspricht jedoch etwas Besonderes: Einerseits zeigen zahlreiche Sportvereine einen bunten Querschnitt ihres breiten Angebots. Andererseits öffnet die Heimtiermesse ihre Tore. Außerdem können Sie am Mittwoch und Donnerstag um 14 Uhr in Halle 1 einige Auftritte des GOP Varieté-Theaters München anschauen. In anderen Worten: Mindestens für Schaulustige und Sammler lohnt sich ein Besuch der »afa« zweifelsohne.

www.afa-messe.de

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