loop30 Extended - Der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas: Studio KO-OP

loop30 Extended - Der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas: Studio KO-OP

23. Februar 2019 - 10:00

Abraxas

Studio KO-OP: „Dilettantische Bauern“
Noch vor den politischen Revolutionen rund um das Jahr 1918 hatte die Kunst das Paradigma der Revolution für sich entdeckt. Im künstlerischen Bereich erwies sich der kreative Umsturz als äußerst fruchtbares und zumeist unblutiges Modell. Dieser „Urknall“ der Avantgarde wirkt noch 100 Jahre später in zeitgenössischer Kunst fort – insbesondere in der Klangkunst. Noch für die heutige akustische Kunst sind die Geräuschmusik-Ideen der frühen Futuristen und die von Futurismus und Dada initiierte Lautpoesie wichtige Impulse. Für „loop30 – Der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas“, Süddeutschlands einzige Klangkunst-Galerie, ist das ein Grund zu feiern.
Aus diesem Anlass zeigt „loop30“ eine nicht nur akustische Ausstellung des Hamburger Künstlerduos Studio KO-OP (Paolo Moretto und Peter Kastner alias PAAK). Sie findet parallel in der Hörgalerie im Großen Foyer und im Ballettsaal des abraxas statt. Mit dem Langzeitprojekt „Dilettantische Bauern“ grenzt sich STUDIO KO-OP ab von „den Dilettanten des globalen und gleichzeitig nationalen Kapitalismus“, die derzeit die Welt so unsicher machen wie schon lange nicht mehr. Studio KO-OP macht da nicht mit. Stattdessen erinnert das Duo daran, dass es auch anders ginge, indem es runde Geburtstage feiert, gerne auch knapp daneben. So ist „Dilettantische Bauern“ mit seinen Stil-Zitaten aus Dadaismus und früher Sowjetkunst auch eine Hommage an die Oktoberrevolution 1917, an die Erstausgabe von „Das Kapital“ 1867, an die Novemberrevolution 1918, den Geburtstag von Karl Marx 1818, die Räterepublik München 1919 – aber eben auch an die 1. DADA-Messe 1920. Der respektlose Humor, der sowohl ihre bildnerischen Arbeiten wie ihre Auftritte prägt, hat dem Dadaismus viel zu verdanken – ganz ohne sich in historischen Zitaten zu erschöpfen. Anlässlich der Vernissage führt loop30-Kurator Gerald Fiebig in das Projekt ein, STUDIO KO-OP zeigen eine Live-Performance. Im Februar wird unter dem Titel „Revolution und Experiment - 100 Jahre Avantgarde in Kunst und Politik“ ein Rahmenprogramm zur Ausstellung stattfinden, das Lesungen, Lecture Performances und Konzerte verbindet.

Ausstellungsort: Großes Foyer im abraxas und Ballettsaal
Vernissage: Sa, 5.1. um 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: So 6.1 – Sa 23.2.2019
Öffnungszeiten: Mo–Sa 11.00–24.00 Uhr, So 10.00–23.00 Uhr
Eintritt: frei