loop30 – Der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas: Ankerzentrum – Abschiebung ins Innere

loop30 – Der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas: Ankerzentrum – Abschiebung ins Innere

1. März 2019 - 11:00

Abraxas

Hörspiel-Installation von Isabella Geier

Eine Produktion von Augsburger Helferkreisen und dem Augsburger Flüchtlingsrat
Text: Isabella Geier
Aufnahme/Schnitt: Wolfgang Wilholm
Sprecher*innen: Christine Wilholm, Rainer Braune und Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan: Mohammad Ataei, Hamid Mohammadi, Schams Paktiawal, Ali Reza Khavari, Miral Yammo, Nesrin Bakko
Das Hörspiel basiert auf Erfahrungen von Bewohner*innen bestehender bayerischer Asylbewerberunterkünfte und ist Teil einer politischen Kunstperformance gegen Ankerzentren, die am 8.9.2018 auf dem Augsburger Rathausplatz zur Aufführung kam. Mitgewirkt haben Flüchtlinge, Flüchtlingshelfer*innen, Mitglieder des Flüchtlingsrats und interessierte Bürger*innen. Mit der Aktion sollte ein Zeichen gegen die nun in Bayern eingerichteten Ankerzentren gesetzt werden, Riesenlager mit in der Regel 1500 Insassen, in denen seit August sämtliche Flüchtlinge so lange isoliert werden, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist, ggf. bis zur Abschiebung. Das kann Jahre dauern. Ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen ist der Zutritt verboten. Die Bewohner*innen dürfen nicht selbst kochen und nicht arbeiten. Kontakte zur Bevölkerung werden gezielt be- und verhindert. Das geringe Taschengeld reicht nicht aus, ratenweise Rechtshilfe in Anspruch zu nehmen, obgleich die Gerichte bisher ca. 40% der Asylbescheide korrigieren. Die Aktivist*innen finden, dass Flüchtlingen in Deutschland eine humane Behandlung zusteht, und treten für das Augsburger Modell, also für dezentrale Unterbringung ein. Mit Riesenlagern wurden ausschließlich schlechte Erfahrungen gemacht. Sie bedrücken die Bewohner*innen, fördern Alkohol, Drogen, Konflikte, Gewalt und überfordern die Nachbarschaft. Nicht von Ungefähr hat sich die Gewerkschaft der Bundespolizei klar gegen Ankerzentren positioniert.
Bei der Midissage am 21.3. informieren die Macher*innen des Hörspiels mit einem Kurzvortrag über die Hintergründe ihres Projekts. Bewohner*innen von Ankerzentren berichten über ihre Erfahrungen dort, und es wird ein Kurzfilm über die Aktion auf dem Rathausplatz gezeigt. Wolfgang Wilholm, der für die Tontechnik des Hörspiels verantwortlich zeichnet, wird den Abend mit seinem Elektronik-Projekt elektrojudas mit seiner Sound-Performance „Fleeting Soundclouds“ musikalisch umrahmen. Auf der Basis einzelner Textpassagen aus dem Hörspiel wird er live improvisierte Klangwelten entstehen lassen.

Ausstellungsort: Großes Foyer im abraxas
Ausstellungsdauer: So 24.2. – Mo 15.4.2019
Midissage: Do 21.3. um 19.00 Uhr im Ballettsaal
Öffnungszeiten: Mo–Sa 11.00–24.00 Uhr, So 10.00–23.00 Uhr
Eintritt: frei