Klassik Open Air – Beethoven: »Eroica«

Klassik Open Air – Beethoven: »Eroica«

9. Juli 2021 - 20:00

Elias-Holl-Platz

Akademie für Alte Musik Berlin: Beethovens Symphonien und ihre Vorbilder (I)

Auf die Schlachtfelder Napoleons führt die nächste Gegenüberstellung anhand zweier Sinfonien von Paul Wranitzky und Ludwig van Beethoven. Beide sind dramaturgisch eng verzahnt durch ihre musikalische Reflexion der Ereignisse der Französischen Revolution.

Wranitzkys aus Anlass des Friedens von Campo Formio komponierte »Grande sinfonie caractéristique« ist bis heute ein fesselndes Hörpanorama der französischen Revolution, ein klingendes Echo der Marsch- und Schlachtenmusik seiner Zeit. Wurzeln von Beethovens »Eroica« können in diesem Typus der damals populären »Sinfonie caractéristique« verortet werden.

Der heute erst wieder zu entdeckende Wranitzky spielte im Musikleben Wiens um 1800 eine zentrale Rolle und war mit Haydn, Mozart und Beethoven in Freundschaft verbunden, dessen erste Sinfonie er als Dirigent zur Uraufführung brachte.

Beethovens Faszination für Napoleon und die Ideale der französischen Revolution inspirierten ihn bekanntermaßen zu seiner »Eroica«. Mit der Leidenschaftlichkeit und Kühnheit seiner Tonsprache ging es Beethoven jedoch weniger um ein musikalisches Abbild der Zeitläufte, sondern um das Ringen um die hehren Werte der Revolution. So schuf er mit seiner dritten Sinfonie ein heroisches Instrumentalwerk bislang ungekannten Ausmaßes und emotionaler Intensität. Die »Eroica« wurde zugleich zu einem der revolutionärsten Werke und Meilensteine der Musikgeschichte, bedeutete sie doch die endgültige Ablösung von der Formensprache der Sinfonie des 18. Jahrhunderts und der Aufbruch in die Romantik.

Themen: Klassik | Open Air