A. R. Penck: Malerei aus drei Jahrzehnten

A. R. Penck: Malerei aus drei Jahrzehnten

1. November 2018 - 11:00

Galerie Noah

»Der Osten hat mich ausgespuckt, der Westen noch nicht gefressen«, dichtet A. R. Penck 1982 lautmalerisch bis nüchtern. 2018, ein Jahr nach seinem Tod, weiß man: Nicht mehr lange sollte der gebürtige Dresdner darauf warten, vom großen wilden Westen gekostet, verspeist, ja, regelrecht verschlungen zu werden. Kaum ein anderer Künstler seiner Zeit brachte die Ost-West-Affäre so auf den Punkt, packte all die Dramen und Emotionen, die Wut und die Gier, das politische Ringen und die Resignation in eine solch prägnante wie einfache und doch originelle Bildsprache wie der Autodidakt aus der DDR mit etwas Malunterricht an der Volkshochschule Dresden.

1980 zwangsausgebürgert, eroberte Ralf Winkler, der sich 1968 nach dem sächsischen Geologen Albrecht Penck benannte, die westliche Kunstwelt, schaffte es gar bis ins Museum of Modern Art New York. Mit seinen Konglomeraten aus Strichmännchen, Zeichen und Symbolen, angelehnt an die prähistorische Höhlenmalerei, die Kalligrafie wie das Graffiti, stellte Penck das west- wie ostdeutsche System in Frage, wusste mit klaren Signalen den Betrachter abzuholen und per abstrakten Chiffren in gleichem Maße zu irritieren. Bis heute, auch und bis sicher noch lange nach seinem Tod.

Die Galerie Noah freut sich, eine der ersten Ausstellungen A. R. Pencks mit retrospektivem Charakter nach 2017 präsentieren zu dürfen. Mit knapp 30 Leinwänden aus insgesamt 30 Jahren und über 20 Druckgrafiken derselben Zeitspanne zeigt man einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des deutschdeutschen Multitalents, das malte wie zeichnete, Filme drehte, textete und leidenschaftlich Jazzmusik fabrizierte.

Themen: Ausstellung