Der Lechner-Edi schaut ins Paradies

Der Lechner-Edi schaut ins Paradies

7. Dezember 2018 - 11:15

Gaswerk Augsburg

Seit sechs Jahren ist Edi arbeitslos und gerade als er seiner Freundin Fritzi wieder mal erzählt, dass daran der Motor, der ihn ersetzt hat, schuld sei, da biegt eben dieser Motor um die Ecke und stellt sich als Pepi vor – Petersens elektrischer patentierter Industriemotor. Pepi weist alle Schuld von sich und schiebt sie auf Luigi Galvani, weil dieser die Elektrizität erfunden hat. Und schon sind Edi, Fritzi und Pepi unterwegs, rückwärts in der Zeit, um die Erfindung der Elektrizität zu verhindern. Bei Galvani angekommen, können sie ihn sogar davon überzeugen, seine Erfindung sein zu lassen, doch sie merken schnell, dass auch das nicht der Ursprung des Übels ist und die Reise geht weiter: über Galileo Galilei, Christoph Kolumbus zu Gutenberg, bis die drei schließlich im Paradies landen.
Jura Soyfer, 1939 im KZ Buchenwald ermordet, schrieb politische Volksstücke. Mit dem 1936 uraufgeführten »Lechner-Edi« schuf er ein bitter-komisches Roadmovie, eine Reise zu den Geistern der Industrialisierung, das auch heute noch die Frage danach stellt, wie wir in fortschreitend sich modernisierenden Arbeitswelten und industrialisierten Gesellschaften sozial-gemeinschaftlich zusammenleben können.

Themen: Theater/Bühne