Amadeus

Amadeus

16. Februar 2019 - 19:30

Martini-Park

Wien, im Jahr 1823: Ein ungeheurer Verdacht frisst sich durch die Straßen – der große Komponist Antonio Salieri soll vor dreißig Jahren das musikalische Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart mit Gift ermordet haben. Nicht nur das, der mittlerweile siebzigjährige Salieri schreit es selbst in die Nacht hinaus! Doch dieser Wahnsinn hat Methode, und so beschwört der eloquente Italiener die Geister der Vergangenheit für sein Publikum, von Begegnung zu Begegnung der beiden ungleichen Komponisten: Hier spielt der kleine Mozart mit verbundenen Augen vor dem Kaiser, dort jagt er wie ein junger Hund hinter seiner korsettgeschnürten Constanze her, bettelt beim musikalisch talentfreien Kaiser um eine Stelle und schreibt unzählige geniale Opern gegen die immer offenkundigere Armut, gemieden vom klandestinen Hof. Und ganz nebenbei offenbart Salieri uns seine Waffe gegen Mozart, die viel tödlicher war als selbst das potenteste Gift.
Es ist ein Stück über die Gewalt, die beim Aufeinanderprallen des aufstrebenden Genies mit dem etablierten Fleißigen entfesselt wird, über verklemmte Keuschheit und klammernde Macht, das Peter Shaffer 1979 in London uraufführte und das 1984 in einen oscarüberhäuften Film in der Regie von Miloš Forman aufging, der ironischerweise eine wahre Renaissance von Salieris Musik entfachte. Und das allen historischen Freiheiten zum Trotz, die sich »Amadeus« auch gegen moderne wissenschaftliche Erkenntnisse nimmt.

Shaffers Schauspiel über den »halben Augsburger« Wolfgang Amadeus und den abwesenden, aber gleichsam als steinerner Gast unablässig beeinflussenden gebürtigen Augsburger Leopold kommt nach fast 40 Jahren wieder in der Mozartstadt als tief mit Musik durchwebtes Schauspiel von David Ortmann auf die Bühne.

Themen: Theater/Bühne