Dalibor

Dalibor

1. November 2018 - 18:00

Martini-Park

Laut einer alten böhmischen Legende wurde der Turm »Daliborka« in der Goldenen Gasse in Prag nach seinem ersten Insassen benannt, der während seiner Gefangenschaft in diesem Gefängnis die Bewohner Prags mit dem dort erlernten Geigenspiel verzaubert haben soll. Ritter Dalibor von Kozojedy war zum Tode verurteilt worden, weil er Untergebene eines benachbarten Adligen in seine Dienste aufgenommen hatte. König Vladislav II. inhaftierte Dalibor, das Gericht beschlagnahmte am 13. März 1498 seinen Grundbesitz und verhängte die Todesstrafe. Die historische Begebenheit sowie der daran angelehnte Heldenmythos eines Beschützers der Bauern dienten Bedřich Smetana und Josef Wenzig als Inspirationsquelle für ihre romantische Oper Dalibor, die zwei Jahre nach der Uraufführung von Smetanas bekanntester Oper »Die verkaufte Braut« (1866) unter anderem den Drang der Tschechen nach Unabhängigkeit zum Ausdruck brachte. Die aufrüttelnde Geschichte um einen Ritter, der einen Mord begeht, nur um seinen Freund zu rächen, jedoch durch das Volk zum Freiheitskämpfer stilisiert wird und den schließlich sogar seine Hauptbelastungszeugin befreien will, ist auch heute aktuell. Smetana setzte den Funken der Freiheitsbewegung und die brutale Niederschlagung derselben durch die Machthaber in eine ausdrucksstarke, leitmotivische Tonsprache um, die der bis heute verständlichen Brisanz der Handlung in ihrer Wirkungskraft in nichts nachsteht. In Szene setzt diesen Zwitter aus Ritter-Epos und tschechischem »Fidelio« Regisseur Roland Schwab, der unter anderem erfolgreich an der Bayerischen Staatsoper München und an der Deutschen Oper Berlin inszeniert

Themen: Theater/Bühne