Die Orestie (Agamemnon, Die Choephoren, Die Eumeniden)

Die Orestie (Agamemnon, Die Choephoren, Die Eumeniden)

22. November 2018 - 19:30

Martini-Park

Das Unheil nimmt seinen Lauf, als der griechische Herrscher Agamemnon seine Tochter opfert, um die Götter für seine Fahrt nach Troja gnädig zu stimmen. Zwar bringt das Opfer den gewünschten Erfolg, doch Klytaimestra, Agamemnons Frau, kann den Mord an der Tochter nicht vergeben. Sehnsüchtig wartet sie auf seine Rückkehr, um ihn aus Rache zu erschlagen.
Wenig begeistert davon zeigen sich dessen Kinder Orest und Elektra, die nun ihrerseits auf Rache sinnen. Dabei steht Orest vor dem moralischen Dilemma, den Mord am Vater rächen zu wollen, dafür aber die Mutter umbringen zu müssen. Angestachelt vom aufgebrachten Volk, das die ihm verhasste Herrscherin loswerden möchte, entschließt er sich zur Tat, wird dafür aber zur Strafe von den Erinnyen, den von seiner Mutter geschickten Rachegeistern, verfolgt. Auf der Flucht sucht Orest Schutz und Rat im Tempel des Apollon in Delphi. Der Gott empfiehlt ihm, nach Athen zu gehen, um sich einem Gerichtsverfahren unter dem Vorsitz der Stadtgöttin Athene zu stellen.
Als der Dichter Aischylos im Jahr 458 v. Chr., zwei Jahre vor seinem Tod, mit der Uraufführung seiner Trilogie, die den Weg aus der Blutrache hin zu einer vormodernen Rechtsprechung nachzeichnet, den Siegespreis bei den Dionysien in Athen gewann, konnte er nicht ahnen, dass nur wenige Jahre später die attische Demokratie schon nicht mehr bestehen würde. Gerade dadurch und vor dem Hintergrund der sich aktuell immer deutlicher abzeichnenden antidemokratischen Verwerfungen in der Welt, kann uns diese einzige erhaltene Tragödien-Trilogie als mahnende Warnung gelten, unbeugsam für den Erhalt unserer Demokratie einzustehen.

»Die Orestie« ist Wojtek Klemms erste Regiearbeit am Theater Augsburg. Seine Inszenierungen waren bereits am Deutschen Theater Berlin, am Theater Neumarkt in Zürich und an den Münchner Kammerspielen zu sehen.

Themen: Theater/Bühne