Irsee. Europäische Perspektiven einer schwäbischen Klosterbibliothek

Irsee. Europäische Perspektiven einer schwäbischen Klosterbibliothek

16. Mai 2019 - 9:30

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Die Kultur der Klöster, wie sie sich auch in der Bibliothek des kleinen, etwas abseits gelegenen Benediktinerstifts Irsee bei Kaufbeuren widerspiegelt, war stets eine europäische. Viele Buchautoren des Mittelalters kamen aus Italien oder Frankreich, in der Frühdruckzeit war Venedig der führende Druckort. Als sich Irsee im 18. Jahrhundert der Katholischen Aufklärung öffnete, war buchstäblich ganz Europa in der Bibliothek präsent. Zwischen 1818 und 1833 wurde die Bibliothek des 1802/03 aufgelösten Kloster Irsees in die damalige Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg abtransportiert. Die Bücher wurden mit dem vorhandenen Bestand vermischt, die Irseer Klosterbibliothek war damit verschwunden. 200 Jahre später sind die aus Irsee stammenden Bücher ermittelt und auf diese Weise die Klosterbibliothek wieder sichtbar gemacht.
Als Ergebnis eines Kooperationsprojekts zwischen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, dem Schwäbischen Bildungszentrum Irsee und dem Stadtmuseum Kaufbeuren war 2018/19 eine Auswahl der interessantesten Werke in Kaufbeuren ausgestellt. Unter dem Titel ‚Abtransportiert, verschwunden und wieder sichtbar gemacht‘ erschien ein reich bebilderter Begleitband im Quaternio Verlag Luzern. Zur Europawoche ist die Ausstellung nun auch in Augsburg zu sehen, erweitert um berühmte Objekte wie den Irseer Psalter aus dem 13. Jahrhundert.

Themen: Ausstellung