Vortrag/Workshop

Überlegungen zu Wandel, Wenden und Übergängen in der Zeitgeschichte

Prof. Dr. Martina Steber hält ihre Antrittsvorlesung im Rahmen der Historischen Ringvorlesung. Ihr Thema ist der Umgang mit Veränderung in er Zeitgeschichte. Wie können Zeitenwenden dargestellt werden?
Zeitenwenden in der Geschichte:
Der Begriff ‚Zeitenwende‘ hat derzeit Hochkonjunktur. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind lange geglaubte Sicherheiten in Europa verloren gegangen: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor (Olaf Scholz). Dahinter steht die Überzeugung, dass sich bestimmte Parameter fundamental geändert haben, so dass sich eine neue Deutung nahelegt und alte Muster ablöst. Solche Einschätzungen – hier unmittelbar nach einem einschneidenden Ereignis formuliert – können aber auch aus einer längeren Retrospektive heraus getroffen werden, können sich in der Bedeutungszuschreibung verändern oder sich auch auf einen länger anhaltenden Transformationsprozess beziehen. Die Idee der ‚Zeitenwende‘ verbindet auf unterschiedliche Weise unsere Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie verweist in der historischen Rückschau darauf, was Menschen als ‚Zeitenwende‘ oder Zäsuren empfanden. Unsere Vorlesungsreihe beleuchtet anhand ausgewählter Beispiele von der Antike bis zur Gegenwart verschiedene historische Konstellationen und versucht, wesentliche Faktoren für Zeitenwenden und die Perspektiven der Akteure bzw. späterer Rezipienten zu analysieren. Sie lädt dazu ein, über entsprechende Wertungen, aber auch deren Zustandekommen nachzudenken.
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