Klassik

Wenn es eng wird auf der Tastatur...

Christoph Hammer © Michael Johannsen

… dann haben die Deutsche Mozart Gesellschaft (DMG) und ihr Präsident wieder zum Klavierfest Augsburg »Johann Andreas Stein« geladen!

Im ausverkauften Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais widmeten sich vier Fortepiano-Koryphäen an ebenso vielen kostbaren Originalinstrumenten aus Augsburg, Regensburg und zwei Londoner Werkstätten der hohen Kunst des zwei- bis fünfhändigen Sonatenspiels. Nicht zuletzt die im späten 18. Jh. gebauten Augsburger Instrumente von Johann Andreas Stein waren dank innovativer Mechanik in ganz Europa rege nachgefragt und erfüllten höchste Qualitätsansprüche. Komponisten und zuvor am Cembalo Konzertierende galten die Hammerflügel mit ihren leichtgängigen Tasten und dem charakteristischen Register als willkommene »Experimentiert-Kästen« in Sachen klanglich farbreicher Finesse.

Anders als im intimen Rahmen etwa des Leopold-Mozart-Hauses musste man seine Ohren im großen und erfreulicherweise ausverkauften Rokoko-Festsaal erst einmal gehörig feinjustieren. Doch spätestens mit Ernst Wilhelm Wolfs »C-Dur Sonate für drei Hände« übertrugen sich die Passion, die Verliebtheit und die Lust am Erforschen und Wiederbeleben des so einzigartig transparenten Klangbilds, das diese historischen Tasteninstrumente in den Raum zaubern. Zumal, wenn man sie in die acht versierten Hände der Fortepiano-Expert*innen Sylvia Ackermann, Constantino Mastroprimiano, Olga Pashenko und Christoph Hammer legt. In einem impulsiven und inspirierenden pianistischen Neben- und Miteinander gelang ein opulenter Festivalauftakt, in dem die Ornamentik des Prunksaals in der Verzierungskunst der ausgewählten Sonaten ihren Widerhall fand. Auch weniger bekannte Zeitgenossen Mozarts stellten dessen Originalität und Genie heraus – nicht zuletzt mit der grandiosen »Fuga a due Cembali c-moll KV 426«! Zu zweit an einem oder an zwei der kostbaren Originalinstrumente oder wie im Finale mit Georg Christoph Wagenseils »Concerto à 4 Cembali c-Dur« in kraftzehrenden Läufen an allen verfügbaren Tasten machten die Interpret*innen trennscharf den Zauber intimer Klang- und Spielkultur erfahrbar. Als kunstvoller, dicht aneinander gedrängter »Trialog« mit 25 über die Tastatur rasenden und schwebenden Fingern inklusive eines perfekt choreografierten Positionswechsels »von rechts außen über die Mitte nach links aufrückend« beeindruckte vor der Pause auch Hugo von Dalbergs eloquente »Sonata à Cinque Mani«. Man kann davon ausgehen, dass auch die beiden anderen Festivaltage mit Vorträgen, Klavier-Salon-Formaten und erlesenem Orchesterkonzert für ähnliches Staunen und großen Zuspruch sorgten – so kann sich die Klavierstadt Augsburg hören lassen!

Weitere Informationen unter: www.deutsche-mozart-gesellschaft.de 

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