»Schnell aufgegabelt«: Mama Soul
a3kultur-Redakteurin Tanja Blum zu Gast in der türkischen Taverne am Fuße der Barfüßerkirche.
Mehrere Jahre lang stand das ehemalige Barfüßercafé leer, was ich oft sehr bedauerte, da dieser Ort – versteckt in einem Hinterhof in der Augsburger Altstadt, umgeben von hohen, alten Mauern, direkt an einem Kanal gelegen – doch einen besonderen Charme hat. Umso erfreuter war ich, als dort vor etwa einem halben Jahr die türkische Taverne Mama Soul eröffnete und diesem Ort wieder Leben einhauchte. Zuvor war das Mama Soul in der Alten Gasse im Domviertel zu finden gewesen.
Durch den unscheinbaren Durchgang in der Barfüßerstraße betreten wir also den Hinterhof, von dem aus es in die Taverne geht und werden sogleich vom warmen Licht des Lokals begrüßt. Zum Glück hatten wir reserviert, denn im Innenbereich des Mama Soul gibt es nur wenige Tische, die ausnahmslos besetzt sind. Wegen der kleinen verwinkelten Räume, den Dachschrägen und den Holzbalken an der Decke macht das Lokal einen äußerst gemütlichen Eindruck. Es wirkt, als würde sich die Taverne an die große Barfüßerkirche kuscheln.
Die Speisekarte umfasst eine Auswahl an türkischen Meze (kleine Schälchen mit verschiedenen Leckereien für 4,50 bis 5,50 Euro), die man sich individuell zusammenstellen kann sowie ein paar Wraps und größere Gerichte. Vegan, vegetarisch, mit Fleisch und mit Fisch – alles ist zu finden. Wir bestellen die verschiedensten Gerichte und es macht Spaß, sich durch die vielen kleinen Speisen auf dem Tisch zu probieren, bei dem eine besser ist als die andere. Es gibt verschiedene Gemüse- und Käsecremes mit Fladenbrot, kleine Salate und mein persönliches Highlight: Mücver – warme Zucchinipuffer mit Joghurt. Auch der Rotwein, den wir dazu trinken, ist lecker. Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die Raki-Karte. Denn das türkische Nationalgetränk – Anisschnaps mit Eiswasser gemischt – darf an einem Abend in dieser Taverne natürlich nicht fehlen. Als wir Mama Soul nach ein paar Stunden verlassen, fühlt es sich an, als wäre ich kurz im Urlaub gewesen. Man kann hier definitiv schöne Abende verbringen.
Wie wäre es also, das nächste Gläschen Wein oder Raki in der kleinen Taverne zu genießen? Ich freue mich jedenfalls auch schon auf die kommenden warmen Sommernächte, um sie dort am Kanal sitzend zu verbringen.