Literatur

Literatur und Gleichberechtigung

Gastautor

Der 8. März ist ein Tag zum Streiken, zum Demonstrieren, zum Lautwerden – aber auch ein Tag, um zuzuhören und dazuzulernen. »Lesebedarf« – die Literaturkolumne von Juliana Hazoth

Im Jahr 1911 fand zum ersten Mal der Internationale Frauentag statt. Im Fokus des Kampfs für Gleichberechtigung standen damals insbesondere das Wahlrecht für Frauen und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Arbeiterinnen. Seitdem hat sich vieles verändert, und doch sind wir von wirklicher Gleichberechtigung immer noch weit entfernt. Heute ist aber auch klar, dass es mitnichten nur um ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen geht. Um der Komplexität des Kampfs um Gleichberechtigung gerecht zu werden, wird der 8. März heute vermehrt »Feministischer Kampftag« genannt.

Dabei geht es auch um die Diskriminierung von Trans- und nicht binären Menschen, von queeren Menschen im Allgemeinen, von People of Color, von Menschen mit Behinderungen und allen anderen Personen, die unter dem patriarchalen Gesellschaftssystem leiden. Ein Kampf um Gleichberechtigung kann nur ernsthaft geführt werden, wenn er alle Personen einschließt und ihnen die Freiheit eines selbstbestimmten Lebens in Aussicht stellt. Es ist ein Kampf, der außerdem nur im globalen Kontext zu echter Gleichberechtigung führt und deshalb nicht nur vor der eigenen Haustür stattfinden darf.

Der 8. März ist ein Tag zum Streiken, zum Demonstrieren, zum Lautwerden – aber auch ein Tag, um zuzuhören und dazuzulernen. Dafür möchte ich Ihnen ein paar Literaturtipps ans Herz legen, die auch abseits des Aktionstags für eine gerechtere Welt stehen.

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Why We Matter – Emilia Roig

Roig zeigt, wie verschiedene Diskriminierungsformen ineinandergreifen, und ruft zur radikalen Solidarität auf.

397 Seiten, 2021.
Erschienen beim Aufbau Verlag.

www.aufbau-verlage.de/aufbau

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Sei kein Mann – JJ Bola

Der Aktivist und Autor stellt dar, wie vielfältig Männlichkeit sein kann, und erklärt, wie nur ein verändertes, freieres Männerbild zu mehr Gleichberechtigung führen kann.

160 Seiten, 2020.
Erschienen bei Hanserblau.

www.hanser-literaturverlage.de/verlage/hanserblau

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Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund – Jayrôme C. Robinet

Robinet erzählt offen und zugänglich von seinem queeren Alltag und deckt auf, wie willkürlich gesellschaftliche Wahrnehmungen von Personen oft sind.

224 Seiten, 2019.
Erschienen bei Hanser Berlin.

www.hanser-literaturverlage.de/verlage/hanser-berlin

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Untenrum frei – Margarete Stokowski

Die Kolumnistin und Autorin betrachtet die gesellschaftliche Schieflage aus persönlicher Perspektive und zeigt, wie Diskriminierung bis in die kleinsten Alltagssituationen greift.

256 Seiten, 2018.
Erschienen bei Rowohlt.

www.rowohlt.de

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