Death Metal in Rosa
Die Apokalypse kommt in Pastelltönen und in Form von Kitschpostkarten.
Schwülstiges, gemischt mit Unheimlichem, so kann man die Kunst des Martin Eder zusammenfassen. Süße Kätzchen starren einen ins Riesenhafte vergrößert von der Leinwand herab an. Geflügelte Pferde bevölkern arkadische Landschaften, in denen aber im Hintergrund zerfallende Wohnblöcke stehen. Und auch manche Oberfläche männlicher oder weiblicher Physis gerät durch die schiere Größe eher zur kalten Dusche statt zur Vorlage zur Autoerotik. Es sind Monster, die Eder nach eigener Aussage erschafft, auch wenn sie aus der Ferne betrachtet noch ganz handzahm aussehen.
1985 vs. 2022
»Moloch«, so der Titel der Werkschau mit 67 überwiegend großformatigen Gemälden aus Privatsammlungen, steht im Eingangsbereich des Glaspalasts an der Wand. Der Schriftzug könnte auch das Logo einer frisch gegründeten Death-Metal-Band sein, und manches Gemälde das dazugehörige Cover-Artwork – wobei die in Lila- und Rosatönen arrangierten Erotik- und Fantasy-Versatzstücke zum Teil eher an die heute viel belächelte »Hair-Metal«-Ästhetik in Jugendzimmern um das Jahr 1985 erinnern. Auch die Trivialkultur ist also ein Moloch, der seine Konsument*innen Jahrzehnte später wieder erschöpft ausspuckt.
Meisterliche Malerei
Es ist das Illustrative, mit dem der 1968 geborene, bei Gersthofen aufgewachsene, heute in Berlin lebende Künstler den Blick der Betrachterin und des Betrachters einfängt, sie mit gefälligem Fotorealismus ködert, um sie im zweiten Schritt mit dem Unbequemen zu überfallen. Technisch ist er dabei über jeden Zweifel erhaben. Er hat die Malerei als Handwerk gelernt (FH Augsburg, danach Akademie in Nürnberg) und beherrscht sie meisterlich. Und wenn er einmal einen Schlenker mit dem breiten Pinsel über die ganze Breite der Leinwand macht, ist das eine spontane Laune, keine Masche.
Zu sehen ist dieser gallig-süße Kosmos vom 3. April bis 12. Juni in der Halle 1 des Augsburger Glaspalasts. Initiatorin ist die Künstlervereinigung Die Ecke e.V., deren Vorstand Thomas Sing begleitend auch eine Edition hochwertiger Drucke zur Ausstellung herausgibt.
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Malerische Landschaften
Formen die Leuchten
Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.