Klassik

Matthäuspassion

a3kultur-Redaktion

Die Augsburger Domsingknaben präsentierten den Bach-Klassiker zur Fastenzeit.

Der 4. April war der Tag der Corona-Erleichterungen. Es gibt keine Maskenpflicht mehr. Auch in den Kulturorten durften die Sitzreihen voll besetzt werden. Am Nachmittag füllte sich die evangelische Heilig-Kreuz-Kirche in Augsburg rasch. Bald jeder verfügbare Platz, in diesem ebenso wunderbaren wie traditionsreichen Kulturort, wurde besetzt. Die Hälfte der Besucher*innen trug Maske. Die Atmosphäre war irgendwie – entspannt.

Beim Eintritt der Chöre, des Orchesters LA BANDA, der drei geladenen Solisten (Christian Volkmann/Evangelist, Alexander Kiechle/Christus, Niklas Mallmann/Pilatus) und des musikalischen Leiters Stefan Steinemann in den Kirchenraum, gewinnt eine kribbelnde Vorfreude Präsents. Die Menschen freuten sich auf die kommenden drei Stunden. Matthäuspassion, der Bach-Klassiker zur Fastenzeit stand auf dem Programm.

Stefan Steinemann, leitet seit 2020 die Domsingknaben. Der Chor ist eine Instanz und wird nicht nur in Augsburg wahrgenommen. In seinen ersten Jahren führte Steinemann seine Chöre durch die Lockdowns und Stille der Pandemie. Heute präsentierte er dem vollen Haus das volle Programm.

Nicht weniger als zwölf Solisten aus den eigenen Reihen sind auf dem Programmzettel verzeichnet. Herauszuheben aus dieser Gruppe wäre wohl Julian Romanowsky. Die Zukunft der Domsingknaben scheint, musikalisch gesehen, gesichert.

Das Klangbild in der Heilig-Kreuz-Kirche, geformt aus den Stimmen der Chöre, der Solisten, den historischen Instrumenten des Orchesters und des Raums, gewinnt rasch an Struktur und wird final überzeugend. Steinemanns Vertrauen in LA BANDA war gerechtfertigt.  

Die erzählte Geschichte ist heute so aktuell wie sie schon immer war. »Steck dein Schwert an seinen Ort, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.« Was bleibt da noch zu sagen. Die Choräle haben die musikalische Kraft Ruhe zu vermitteln, für manche wohl auch Trost.

In bestem Luther-Bibel-Deutsch erfahren wir aufs Neue von der Gewalt, die in uns allen steckt und von der Liebe, die nicht erst von John Lennon als Antwort auf alles genannt wurde. Denn auch dieses Wissen steckt in Bachs Matthäuspassion. In dieser ewigen Geschichte, die ja bekanntlich ein gutes Ende findet, und es am Schluss, bevor die Glocken läuten heißt: »Höchst vergnügt schlummern da die Augen ein.«

Es war ein Fest, den Domsingknaben wieder beiwohnen zu dürfen.  

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