Politik & Gesellschaft

Lausch- und Kapellentour

a3kultur-Redaktion

In die Region: Donauried und Donau-Ries. Ausflugsziele in zwei Landkreisen.

Auf den Spuren von Sebastian Kneipp: für Körper, Geist und Seele  

Vom Bahnhof Dillingen (Lkr. Dillingen a.d. Donau) gelangt man fußläufig schnell zum Rathaus. Dort beginnt die Kneipp-Lauschtour durch Dillingen. Denn der Seelsorger, Theologe und Wasserdoktor Sebastian Kneipp, Entdecker der modernen Hydrotherapie, begann 1844 seine Karriere eben hier in der heutigen Kreisstadt. Schule, Studium und ein Vollbad in der Donau sollten sein Leben verändern und der Beginn der nach seinem Namen benannten Gesundheitslehre sein. Auf dieser Lauschtour lernt man ihn und einige seiner revolutionären Wasseranwendungen kennen. Der zwei Stunden dauernde leichte Spaziergang über 4,2 Kilometer im Rundweg führt vom Ausgangspunkt über die Studienbibliothek – früher war hier das Dillinger Gymnasium – und die Weberstraße (in fast jedem Haus standen im 19. Jahrhundert unten im Keller Webstühle) in Richtung Donau. Als Nächstes erreicht man hier die Natur-Kneipp-Anlage. Die Donau hat an dieser Stelle nahezu immer die gleiche Temperatur, nämlich zwischen elf und zwölf Grad. Vorbei am Kneipp-Brunnen geht es zur nächsten Station. Im Dillinger Taxispark, dem größten Fitnessstudio Dillingens mit Freiluft-Fitnessgeräten und einem Wohlfühlpfad, bei dem man barfuß über verschiedene Untergründe laufen kann, wartet schließlich noch das Armbecken zum Ausprobieren, bevor mit dem Regens-Wagner-Zentrum der Schlusspunkt erreicht wird. Die kleine Wanderung ist familienfreundlich und kinderwagentauglich, da kaum Höhenmeter (17 m) zu absolvieren sind.  

Kaffeepause mit leckeren Konditor-Köstlichkeiten

Das Café Holzbock ist weit über die Grenzen Dillingens hinaus bekannt. Am Ende der Lauschtour bietet sich eine Einkehr zu Kaffee und Hefegebäck, Kuchen oder Torten an – alles stammt aus eigener Produktion mit natürlichen Zutaten. Vom Endpunkt der Kneipp-Tour gelangt man zu Fuß in zehn Minuten zum Café in der Kapuzinerstraße 20.

Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwörth zeigt in seiner Dauerausstellung über 150 Puppen, Schaufensterfiguren und Stubenpuppen aus der weltbekannten Manufaktur der Käthe Kruse von den Anfängen um 1910 bis heute. Das Museum ist ihrem Lebenswerk gewidmet.

1910 präsentierte sie erstmals ihre handgefertigten Puppen in der Ausstellung »Spielzeug aus eigener Hand« im Berliner Warenhaus Tietz. Die Puppen erregten großes Aufsehen und Käthe Kruse wurde sprichwörtlich über Nacht berühmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Werkstätten von Bad Kösen nach Donauwörth verlegt, wo noch heute Puppen in ihrer Tradition produziert werden.

Sieben Kapellen – Mehrtagestour oder einzeln zu besuchen

Wer sich länger Zeit lassen kann und will, kann mit der Mehrtagesrundtour die »Sieben Kapellen« im Dillinger Land und im Augsburger Land besuchen. Die Wegkapellen sind herausragende architektonische Meisterwerke. Initiiert wurde ihr Bau von der »Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung« aus Wertingen. Jede der sieben Kapellen wurde von einem renommierten Architekten entworfen. Die Radrundtour führt entlang der historischen Kleinstädte Wertingen und Gundelfingen. Die leichte bis anspruchsvolle Tour ist durchgängig mit dem Routenlogo »7 Kapellen« beschildert und ein Großteil der Route verläuft auf verkehrsarmen Streckenabschnitten.
Von Augsburg nach Dillingen kommt man per Bahn im Stundentakt in knapp 60 Minuten. Auch Donauwörth erreicht man gut mit dem Zug: Hier gibt es zum Teil sogar zweimal stündlich Verbindungen, die Fahrzeit beträgt zwischen 20 und 30 Minuten. Möchte man die Lauschtour mit dem Besuch des Puppenmuseums verbinden, ist auch das mit dem Zug gut möglich.

Infos
www.bayerisch-schwaben.de/lauschtour
www.cafe-holzbock.de
www.donauwoerth.de/kultur/museen/kaethe-kruse-puppen-museum

Die kostenlose Radkarte für den 7-Kapellen-Rundweg kann unter www.dillingerland.de bestellt werden.

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