Alte Heimat
Bei der Diskussion um den Neubau des Römischen Museums rückt ein 13 Jahre altes Konzept in den Mittelpunkt.
Im Sommer jährt sich die zwangsweise Schließung des Römischen Museums in Augsburg zum zehnten Mal. Seitdem fehlt am ehemals wichtigsten römischen Stützpunkt zwischen Bodensee, Alpen, Rhein und Donau ein Präsentationsort, der der historischen Bedeutung des Themas gerecht wird. Mit der Präsentation eines neu entdeckten römischen »Silberschatzes« im vergangenen Herbst kam wieder Bewegung in die Debatte. Denn das Thema ging viral und Augsburg schaffte es mit der Meldung vom Museumsschatz ohne Heimat in die wichtigsten Nachrichtensendungen des Landes. Diese Blamage wollte die Stadtpolitik nicht auf sich sitzen lassen.
Eilig wurde ein dreistufiger Aktionsplan Römerstadt aktiviert. Auf dieser Basis sollen virtuelle Erlebnistouren, eine Neuausrichtung der Interimsausstellung und letztendlich die Planung eines neuen Museums hervorgehen. Als Platz dafür scheint nun doch die lange Zeit umstrittene Adresse des geschlossenen Römermuseums an der Dominikanergasse festzustehen.
Für diesen Kulturort liegen seit 2009 sowohl ein solides Rahmenkonzept vom Beirat zur Neukonzeptionierung des Römischen Museums unter Federführung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg als auch ein darauf beruhender Umsetzungsbeschluss des damaligen Stadtrats vor. In diesem weisen die Verfasser*innen, bereits drei Jahre vor der Zwangsschließung des Hauses, auf die marode Bausubstanz der ehemaligen Dominikanerkirche hin und bringen eine vielversprechende Variante ins Spiel, die im Wesentlichen auf eine Neubebauung der Flächen zwischen dem Kirchengebäude und der benachbarten Berufsschule setzt.
Dieser Planung möchte nun Kulturreferent Jürgen Enninger nachgehen. Eine Machbarkeitsstudie, die ein Miteinander von Schule und Museum bei in Teilen gemeinsam genutzten Flächen untersuchen soll, ist bereits in Auftrag gegeben.
Sollten die Ergebnisse der Studie positiv ausfallen, könnte sich der Neubau an diesem 13 Jahre alten Stadtratsbeschluss orientieren. Dieser sieht in einer Planungsskizze fünf Module mit einer Gesamtfläche von rund 5.000 Quadratmetern für das Museum vor.
Das Hauptschiff der ehemaligen Dominikanerkirche wäre demnach nicht mehr Teil des Museums, sondern ein benachbarter Kulturort für Veranstaltungen und Sonderausstellungen.
Der markanteste Teil des neuen Museums könnte ein auf rund 800 Quadratmetern erbauter Turm (magenta) werden, der – ab einer gewissen Höhe – die Silhouette der Stadt um einen neuen Akzent bereichern würde.
Der Eingangsbereich würde laut Rahmenkonzept etwa auf die Höhe der Heilig-Grab-Gasse verlegt werden, um so eine Sichtachse von der Maximilianstraße zum Museum zu schaffen. Der Hof wäre als dritter Ort für alle Bürger*innen und Besucher*innen, also auch für die Schule, offen.
Das könnte Sie auch interessieren
Malerische Landschaften
Formen die Leuchten
Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.