Literatur

Poppostkolonialismus pur

Gastautor

Mithu M. Sanyals Debütroman ist eine Wucht. »Identitti« strotzt vor intellektueller und emotionaler Sprengkraft, fängt dabei den Zeitgeist ein wie kein zweiter Roman.

Für die Studentin Nivedita bricht eine Welt zusammen; ihre Dozentin für Postcolonial Studies und großes Vorbild Prof. Dr. Saraswati hat sich als Person of Color inszeniert, ist jedoch eigentlich weiß. Auf den Skandal folgt eine öffentlich ausgetragene Debatte um Race, Zugehörigkeit und die Frage nach »wahrer« Identität.

Das Buch der Kulturwissenschaftlerin überzeugt auf ganzer Linie, ist ebenso lehrreich wie witzig, geht unter die Haut und lässt nicht mehr los. Dabei vermittelt der Roman den Kern der Debatte um Rassismus und Identität verständlich und zeigt, dass nur ein ausführlicher Diskurs mit viel Reflexion auf allen Seiten Ergebnisse liefern kann. Ein absolutes Lesehighlight, das seinesgleichen sucht.

»Identitti« von Mithu M. Sanyal steht auf der Shortlist für den Popliteraturpreis. Dieser wird am 15. Mai zum ersten Mal vom Literaturhaus Augsburg vergeben. Die Preisverleihung findet im Maximilian’s Hotel statt. Weitere Informationen gibt es unter www.magicpopundewigkeit.de.

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Identitti von Mithu M. Sanyal
432 Seiten, 2021
Erschienen bei Hanser
www.hanser-literaturverlage.de

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