Wiedersehen in Shangri-La
Wie ein Mönch und ein Milliardär den Sinn des Lebens fanden. Eine Buchempfehlung von Gudrun Glock.
»Sind Sie glücklich?«, fragte die Journalistin den Milliardär. »Sind Sie glücklich?«, las der Mönch das Graffiti an der Wand. »Wenn Glück eine Reise ist, so ist Minimalismus der erste Schritt«, meint der Mönch zum Milliardär. Zwei Menschen, deren Beweggründe ein Hotel zu eröffnen nicht unterschiedlicher sein könnten. Der eine ist davon überzeugt, dass Reichtum der Schlüssel zum Glück ist, der andere glaubt zu wissen, dass das Horten von Dingen nichts anderes als Unordnung mit sich bringt.
Während der Milliardär und der Mönch auf der Fahrt zu ihrem Hotel im Auto sitzen, entspinnt sich ein Gespräch darüber, was es bedeutet glücklich zu sein. »Minimalismus, ohne mein Bankkonto aufzulösen?« fragt der Milliardär. Und schon befinden wir uns mitten in den philosophischen Fragen des Lebens. Man erfährt, dass Energie dorthin fließt, worauf der Fokus gerichtet ist und dass man Ziele definieren muss, um sie zu erreichen. Ebenso über den Sinn von Meditation, digitale Überlastung und Ängste, die daraus entstehen können, Verantwortung für das eigene Handeln und über die Scheinheiligkeit des Kapitalismus.
Im Plauderton und nicht mit erhobenem Zeigefinger lässt der Autor seine beiden Protagonisten, die aus sehr gegensätzlichen Welten aufeinandertreffen, die tiefgreifenden Themen des Lebens diskutieren. Zwei Menschen unterhalten sich, zwar von den eigenen Anschauungen überzeugt, dennoch geprägt von großem Verständnis für das Gegenüber, mit feinem Humor und der Begabung die eigene Lebenssituation zu hinterfragen.