Jazz

Altmeister beim Augsburger Jazzsommer

Gastautor

Mit der Verpflichtung von John Mclaughlin und seinen Musikern gelang Tillman Herpichböhm als Leiter des Jazzsommers im Botanischen Garten ein großer Wurf.

Er ist wohl der bekannteste und wahrscheinlich auch teuerste Gast, den das Festival je hatte. Und das schlug sich natürlich auch auf den Besuch des Abends nieder, das Freiluftareal am Pavillon war erstmals in der Geschichte des Jazzsommers mit 1000 Besuchern komplett ausverkauft. Das Publikum, das sich aus Altmusikern, Jazzinteressierten, Alt-Achtundsechzigern und jungen Fans bunt gemischt zeigte, war ein gutes Abbild der Augsburger Jazz-Fan-Gemeinde.

Der Altmeister, der mit drei weiteren Musikern – einem Drummer, einem extrem coolen Bassisten aus Santiago de Chile und einem Keyboarder, der sich auch mal zu einem Schlagzeug-Battle hinreißen ließ – die Bühne betrat, wirkte sehr abgeklärt und versprühte die Erfahrung aus annähernd 60 Jahren Bühnenpräsenz.

Das anfangs noch etwas zurückhaltende Augsburger Publikum (was auch daran lag, das man das Gefühl nicht los wurde, dass auch die vier Musiker sich erst »finden« mussten) wurde nach dem zweiten oder dritten Titel dann durch die unglaublich klar und professionell performten Stücke immer mehr in den Sound mitgezogen, der eine Mischung des Repertoires des mittlerweile Achtzig-Jährigen zeigte. Die Soli, besonders auch am Bass und den Drums waren von einer hohen Kunst und Brillanz geprägt, der Stil sehr intellektuell und auf höchstem Niveau. Mclaughlin selbst stellte sich immer wieder in den Hintergrund, um dann mit seinen virtuos gespielten, von leise gefühlvoll bis rasant-rhythmisch variierenden Riffs sein ganzes Können zu präsentieren. Nach einer musikalischen Reise durch die Siebziger und Achtziger gab es dann noch eine Zugabe als Hommage an Paco de Lucia, bevor die Künstler bei Standing Ovations nach gut 1 ½ Stunden in die hereinbrechende Nacht entlassen wurden.

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