Die Lesung, die bleibt
Am 4. Oktober las Mareike Fallwickl im City Club aus ihrem aktuellen Roman »Die Wut, die bleibt«. Mit Moderatorin Tina Lurz und dem Publikum sprach die Bestsellerautorin über ihre Figuren, Wut und was es heißen kann, heute Frau zu sein.
In der entspannten Atmosphäre des City Clubs begrüßte Jana Prellberg von der Schlosser’schen Buchhandlung das Publikum. Bis auf den letzten Platz war die Veranstaltung ausverkauft, der Andrang zur Lesung der österreichischen Autorin Mareike Fallwickl groß. Zu Recht, denn Fallwickl ist nicht nur eine erfolgreiche Literaturvermittlerin und Bestsellerautorin, sondern liefert auch eine hervorragende Lesung. In ihrem Buch legt sie den Finger auf die Wunder und schaut genau hin: Was bedeutet es, Frau zu sein? Was, wenn eine Mutter von Jetzt auf Gleich nicht mehr da ist und wie geht es in der Familie weiter? Sie spricht von strukturellen Problemen, unbezahlter Care-Arbeit, von Verzweiflung und Überforderung, vor allem aber geht es letztlich um Zusammenhalt, Mut und Liebe.
Neben den mitreißenden Passagen, die Fallwickl zum Besten gibt, ist es vor allem sie selbst, die an diesem Abend überzeugt. Sympathisch, offen und schonungslos ehrlich lässt sie Gesprächspartnerin und Moderatorin Tina Lurz sowie das Publikum an ihren Gedanken und dem Schaffensprozess ihres Buchs teilnehmen. Die Österreicherin nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht genau damit so vielen Frauen aus der Seele – die Reaktionen des Publikums zeigen dies deutlich. Besonders schön: Fallwickl weiß um ihr eigenes Talent und die harte Arbeit, die sie geleistet hat, und scheut sich nicht davor, sich daran zu erfreuen. Falsche Bescheidenheit gibt es nicht und das ist ebenso erfrischend wie angebracht.