Der Frühling kommt wieder
Die Bayerische Kammerphilharmonie präsentierte am Sonntag ein ergreifendes Konzert in der Augsburger Synagoge.
Das Programm machte auf das Schaffen des Komponisten Paul Ben-Haim aufmerksam. Der in München geborene Künstler, der in den 1920er-Jahren auch in Augsburg als Kapellmeister tätig war, gilt als einer der Wegbereiter des israelischen Nationalstils. In der Verschmelzung des Opulenten mit dem Allgemeinzugänglichen schuf der Musiker besondere Kompositionen voller Wehmut und Hoffnung. Neben den Werken von Ben-Haim spielte das Ensemble auch die Werke von Mieczyslaw Weinberg. Zwei Komponisten, die den gemeinsamen Schmerz teilten und mit Wucht gegen die Ohnmacht, die die Außenwelt mit sich brachte, jeder auf seine Weise kämpfte.
Die Musiker*innen des Abends trotzten in ihrer Interpretation der Werke ebenfalls kompromisslos den Stürmen des Lebens. Mit ruhiger Klarheit klangen die schneidenden Töne der Werke, die das ganze Ausmaß des Kriegerischen und des Ängstlichen der demaskierten Realität aufzeigten.
Doch auch der unzerstörbare Glaube an die Liebe zum Leben und das Aufblühen der Freude kam an diesem Abend zum Ausdruck.
Mit dem lyrischen Concertino für Violine und Streicher op. 42 von Weinberg berührte Gabriel Adorjan als Solist mit zartem Saitenspiel und machte Hoffnung auf Blütezeit.
Die Klarinettistin Bettina Aust beflügelte mit frühlingshafter Leichtigkeit als Solistin in der Pastorale Variée für Klarinette, Harfe und Streicher von Ben-Haim.
Spätestens nach dem letzten Ton der Zugabe, die den Namen »Die Arche« trug, war es eindeutig klar, dass nach jedem Sturm der Frühling wieder kommt.
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