Kultur und Nachhaltigkeit
Das Sensemble Theater und die a3kultur-Redaktion initiierten im Rahmen einer Ständigen Konferenz zwei Tage mit Informationen, Gesprächen und Workshops zum Thema »Kultur und Nachhaltigkeit«.
Anfang Oktober starteten die beiden Workshop-Tage zum Thema Kulturarbeit und Nachhaltigkeit im Rahmen einer Ständigen Konferenz*. Initiiert und ausgerichtet von der a3kultur-Redaktion und dem Team des Sensemble Theaters fanden die Teilnehmenden ebendort, in diesem größten freien Theater der Region, den perfekt geeigneten Kulturort. Die Räume des Theaters in der Augsburger Kulturfabrik haben sowohl die nötige Infrastruktur als auch das Niveau und den Flair, Veranstaltungen dieser Art zu beherbergen.
Zumindest im süddeutschen Raum steckt das Themenfeld Kulturarbeit und Nachhaltigkeit noch weitgehend in den Kinderschuhen. Umso mehr Erwartungen hatten die Teilnehmenden an die beiden Tage und sie wurden, allem Vernehmen nach, nicht enttäuscht.
Im Speeddating zur Nachhaltigkeit? Was sich im ersten Augenblick wie ein schlechter Witz anhört, funktionierte in der Praxis erstaunlich gut.
Am ersten Workshop-Tag waren alle Kulturorte und Kulturarbeiter*innen aus unserer Region eingeladen, die sich im Kontext ihrer Arbeit bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben oder zukünftig auseinandersetzen wollen.
Das Prozedere war denkbar einfach. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begaben sich die Teilnehmenden in einem rotierenden System in die fünf mit Themenexpert*innen besetzten Speeddating-Runden: Ressourcen – Mobilität – Fairness, Gleichheit, Diversität – Digitales – Netzwerk & Förderung.
Diese Themen wurden in verschiedenen Räumen im Theater verhandelt. So gelangten die Teilnehmenden in die Garderoben der Künstler*innen, in den großen Theaterraum, in die Bar, die Probebühne, auf die Terrasse und in die Lounge des Sensemble Theaters. Ein Verfahren, das dem Workshop von Beginn an alle Seminarraumparanoia und ortsspezifischen Reserviertheiten nahm.
An diesen Orten hatten die Vertreter*innen der Kulturorte und die Expert*innen jeweils rund 25 Minuten Zeit für einen sehr individuellen Austausch zum Thema. Die Dokumentation besorgten die Teilnehmenden über einfache Stichpunktnotizen selbst. Das vorher in diesem Kontext noch nicht erprobte Format erwies sich als perfekt, um beim Thema Kulturarbeit und Nachhaltigkeit einen ersten Schritt zu tun.
Es waren Gespräche auf Augenhöhe, mit einer sehr hohen Qualität des Informationsaustauschs, wie die Teilnehmenden in der ersten Nachbereitung unisono bestätigten.
Ziel dieses ersten Workshops war es, vor allem Fragen der Kulturorte zum Thema Nachhaltigkeit zu sammeln. Die Ergebnisdokumentation soll in einem zweiten Schritt erfolgen und mit den beteiligten Expert*innen nachbereitet werden, auch um erste Antworten im Kontext Kulturarbeit und Nachhaltigkeit anzubieten. Ein Prozess aus Frage und Antwort, der in einem nächsten Schritt auch anderen Kulturorten und Künstler*innen über diverse Veröffentlichungen und weitere Veranstaltungen zugutekommen soll.
Die Nachbesprechung fand bei einem gemeinsamen Abendessen in der Theaterlounge statt. Im Anschluss waren die Teilnehmenden zu einer Aufführung der aktuellsten Inszenierung des Sensemble Theaters eingeladen. Ein weiterer, unschlagbarer Vorteil, wenn man bei Theaterleuten zu Gast ist.
Für das kommende Jahr sind weitere Workshop-Einheiten zum Thema geplant.
Der Folgetag richtete den Blick dann explizit auf das Thema nachhaltige Förderung/Förderstrukturen im Bereich der freien darstellenden Künste in Bayern.
Dieser Tag war eine wirklich gelungene Kooperation mit dem Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V. und dem Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. im Rahmen des Projekts »Performing Arts – Performing Future«.
Zuerst thematisierten Daniela Koß und Aron Weigel in ihren Impulsvorträgen das Thema Nachhaltigkeit sowohl als inhaltlichen als auch formalen Aspekt von Förderprogrammen. Dann gingen Workshops mit Aron Weigel und Harald Redmer der Frage nach, wie nachhaltige Förderstrukturen denn idealerweise aussehen könnten.
Ausgehend von den Workshops wurden abschließend gemeinsam Vorschläge erarbeitet, die Mitte Oktober beim »Freischwimmen meets Rodeo«-Festival bei einem Open Table präsentiert wurden.
Die Teilnahme an beiden Formaten war kostenfrei.
Die Dokumentationen zu den Workshops finden Sie ab Ende November auf: www.staendige-konferenz.de, www.a3kultur.de, www.darstellende-kuenste.de
* Die Ständige Konferenz (SK) ist so etwas wie eine Möglichkeit ohne wirklichen Rahmen. Alle Kulturschaffenden unserer Region können eigeninitiativ eine SK einberufen. Wer zu dem Termin kommt, ist automatisch Teil der SK, mit Rede- und ggf. Stimmrecht. Nur zuschauen geht nicht. Die SK wird vom Förderverein Ständige Konferenz der Kulturregion Augsburg unterstütz, dieser zuweilen auch vom Kulturamt der Stadt Augsburg, der Lokalen Agenda 21, diversen Stiftungen und Unternehmen. Der Förderverein ist Teil der lokalen Agendaforen und des Nachhaltigkeitsbeirats der Stadt Augsburg.