Die Augsburger Kegelbahnkonzerte gehen in die 12. Staffel. Mit dabei sind Lillian Hampson, Josy, Marcoca, Janikeliah und Picky Eater.
Ein Mann namens Otto
Der neue Film mit Tom Hanks erzählt die Geschichte von Otto Anderson, einem mürrischen, isolierten Witwer mit festen Prinzipien, strengen Routinen und einer kurzen Zündschnur.
Seine Nachbarschaft überwacht er dabei fast so sorgfältig wie ein Ex-Stasispitzel. Als nebenan eine lebhafte junge Familie einzieht, trifft Otto in der schlagfertigen und hochschwangeren Marisol (Mariana Treviño) auf eine ebenbürtige Gegnerin. Diese Begegnung führt zu einer unerwarteten Freundschaft, die seine Welt völlig auf den Kopf stellt.
Basierend auf dem Roman »Ein Mann namens Ove« (2012) von Fredrik Backman ist der Streifen von Regisseur Marc Forster bereits die zweite Adaption des schwedischen Bestsellers. Bereits 2015 verfilmte Hannes Holm »Ein Mann namens Ove« mit Rolf Lassgård in der Hauptrolle. Mal wieder zieht Hollywood mit dem Remake eines mehr oder weniger erfolgreichen europäischen Films nach. Da kommt schnell die Frage auf: Muss das sein? Obwohl ich zunächst genervt mit den Augen rollte, komme ich nach Sichtung der amerikanischen Version und erneutem Schauen des »Originals« zu folgendem Schluss: Es hätte nicht unbedingt sein müssen, aber die erneute Verfilmung war keine schlechte Idee. Die literarische Vorlage wird nicht für den US- und Weltmarkt verraten und verkauft. Es gibt kaum inhaltliche Unterscheide zum Roman, und wenn, dann fühlen sie sich organisch und richtig an: Forsters Film spielt in der Nähe von Pittsburgh. Aus Parvaneh und Patrik wurden Marisol und Tommy, die aus Mexiko kommen statt – wie bei Backman – aus dem Iran. Aus dem schwulen Nachbarsjungen wurde nun die von Mack Bayda einfühlsam gespielte Transperson Malcolm, das passt gut in unsere LGBTQIA+-sensible Gegenwart. Der Hauptgrund, der für diesen Film spricht, ist aber natürlich Tom Hanks als Otto. Er gibt dem grimmigen Grantler eine Tiefe und Intensität, die Rolf Lassgård nicht erreicht. Vor allem Hanks’ subtiles Minenspiel zu beobachten ist dabei eine Freude. Eine herzergreifende Dramödie, die durch ihren ruppigen Humor jeden Anflug einer Fernsehfilmschmonzette beiseitewischt.
Das könnte Sie auch interessieren
Klassik im Kino
(K)eine Heimat
»Der Heimatlose«
Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein (Paul Boche) in seine Heimat zurück – das einzige Dorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel. Zu seiner Überraschung erkennt ihn die eingeschworene Dorfgemeinschaft nicht wieder. Sogar sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, rufen die Bewohner*innen ein Dorfgericht ins Leben. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten.