Die Stadt und der Krieg
Eine Graphic Novel erzählt von Augsburg im Dreißigjährigen Krieg.
»Der Krieg ist nun hier, meine Herren.« So kommentiert Philipp Hainhofer, Augsburger Kunstagent, die Ankunft schwedischer Soldaten in der Stadt. Wie dieser Krieg – der von 1618 bis 1648 währende Dreißigjährige Krieg – nach Augsburg kam, haben der Zeichner Paul Rietzl und Christoph Emmendörffer, Leiter des Maximilianmuseums, in einer Graphic Novel erzählt.
Aus den erhaltenen Notizen Philipp Hainhofers hat Emmendörffer, Kurator der aktuellen Elias-Holl-Ausstellung, einen Text destilliert und ihn sprachlich in die Jetztzeit transponiert.
Rietzl, der auch schon zur Ausstellung »Stiften gehen!« eine Graphic Novel geschaffen hatte, brachte mit lässigem Strich die Geschichte zu Papier – oder vielmehr auf den Monitor, denn er arbeitete komplett digital.
Den eigentlich hellen Background hinter- und überlegte er in einem hellen Blaugrau, lässt so im Konzert mit teils ungewöhnlichen Blickwinkeln und Perspektiven Tiefe, Raum und Dynamik entstehen.
Die beiden Autoren haben uns auf diese Weise ein großartiges großformatiges Buch beschert, das – historisch korrekt und künstlerisch ambitioniert – spannend und kurzweilig lokale Geschichte vermittelt. Bestnote!
Und Elias Holl? Der taucht nicht auf, zumindest nicht direkt. Er ist eher hintergründig im Spiel, denn seine Bauten, darunter das Rathaus, liefern die Kulisse dieser Erzählung. So kann der/die Leser*in sich nebenbei auf Spurensuche begeben.
Noch etwas: Kultur braucht Unterstützung, so auch in diesem Fall: Die Graphic Novel hätte ohne die Finanzspritze der Augsburger Stiftung ars & studium nicht publiziert werden können.
Der Comicroman kann für 38 Euro im Buchhandel erworben werden. Günstiger wird es im Maximilianmuseum, dort kostet das Buch 29,90 Euro.
Paul Rietzel und Christoph Emmendörffer: Erlösung. Augsburg im Dreißigjährigen Krieg, Dresden 2023, Sandstein Verlag, 176 Seiten. Leseprobe auf der Website des Verlags.
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