Romantische Fantasie-Erreger
Georg Arzberger (Klarinetten) und Julian Riem (Klavier) entführen ins Reich des Metaphysischen: Bewegte Nachklänge vom Konzert des Bezirks Schwaben am 8. Juli im Schloss Höchstädt.
Einen veritablen Mittsommernachtstraum versprach Kurator Matthias Hain vor dem Konzert »Fantastische Welten«. Im optisch eindrucks-, akustisch jedoch anspruchsvollen Rittersaal traten Klarinettist Georg Arzberger und sein Piano-Partner Julian Riem ihre Weltflucht in die Romantik an – mit Fundstücken selten gehörter Komponisten wie J. C. Eschmann (Schweiz) sowie N. W. Gade (Dänemark).
Träumerisch bis feurig umtanzten Klarinette und Klavier einander auch in den bekannteren »Fantasiestücken« von Robert Schumann. Vier kurze, höchst präzise gespielte Kompositionen Alban Bergs, entstanden am Vorabend des Ersten Weltkriegs, ließen hingegen frösteln durch ihre unmissverständliche Botschaft.
Kräftigen Applaus erhielten beide Interpreten für ihre brillant-frischen Grenzgänge, kombiniert mit lockerer Moderation der klanglichen Preziosen. »Das Kopfkino«, so Arzberger munter ins Publikum, »bleibt Ihnen allein überlassen«. Der gebürtige Aichacher hat eine Professur in München inne, als besonderes Herzprojekt gilt ihm das Musikfest Blumenthal. Gemeinsam mit dem weltweit gefragten Pianisten Julian Riem spielte er 2022 das Album »Fantasie« (erschienen bei Farao Classics) ein, etliche Auszüge waren in Höchstädt zu hören. Auf weitere Termine des »Träume erregenden« Duos darf man gespannt sein.
Vorfreude weckt auch das Herbstkonzert des Bezirks: Am 23. September stehen im Rittersaal Werke für Barockharfe und Laute auf dem Programm – von Renaissance bis Rock.
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