Abseits des Klassikeinerleis
Die Konzertreihe im Kulturschloss Höchstädt verabschiedet sich furios in die Winterpause.
Zu einem Konzertereignis der besonderen Art lud die Musikabteilung des Bezirks Schwaben bei Herbstbeginn ins Kulturschloss nach Höchstädt. Im dortigen Rittersaal werden seit einigen Jahren Leckerbissen abseits des üblichen Klassikeinerleis präsentiert.
So buchte Matthias Hain, der verantwortliche Musikexperte, in der nun ausgelaufenen Saison unter anderem Georg Arzberger mit Julian Riem sowie Benjamin Moser und Andrej Bielow. Zum Finale 2023 – das Kulturschloss kann in der kalten Jahreszeit nur bedingt bespielt werden – waren an diesem Abend die Harfenistin Margret Koell und der Lautenspieler Luca Pianca zu Gast an diesem eindrucksvollen Kulturort im Donau-Ries.
Reizvoll ist dieses Duo, ebenso wie die furiose Auswahl an Kompositionen, die an diesem Abend zur Aufführung kamen. Vom barocken Bach über John Dowland und Thomas Robinson, beides glänzende Vertreter des Elisabethanischen Zeitalters zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert, bis hin zu Jimmy Page. Diesen Gentleman kennen wir zumindest als Gitarristen der Rocklegende Led Zeppelin. Fünf seiner Songs standen im letzten Teil des Abends im Zentrum der Darbietung. Und was soll man sagen? All das funktionierte prächtig.
Der Tag schien ja ohnehin wie geschaffen für musikalische Ausflüge dieser Art. Statt der prognostizierten Herbststürme verwöhnte uns die späte Septembersonne. Der Geist, der die Interpretationen von Koell und Pianca trägt, ist ein guter Soundtrack zu solch einer unaufgeregten Stimmung. Das rege Treiben des Sommers liegt hinter uns, der düster-nasse Herbst kommt langsam in Sicht. Dieses Gefühl, angesiedelt irgendwo zwischen den Dingen, vermittelte das Konzert. Und ganz ehrlich: Der gute alte Page musste sich mit seinen Arbeiten keine Sekunde hinter den Großen und den ganz Großen längst vergangener Epochen verstecken.
Es verrät ein gutes Gespür und Selbstsicherheit, so ein Programm zu spielen. Margret Koell und Luca Pianca verfügen über beides. Und die musikalischen Qualität, es zu beleben.
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