Politik & Gesellschaft

Unternehmer und Kunstliebhaber

a3kultur-Redaktion

Ein Nachruf auf Ignaz Walter.

Am 27. Oktober starb Ignaz Walter. Der Unternehmer und Kunst­liebhaber, den Vertraute und Bewunderer auch gerne »den Professor« nannten, war eine schillernde Persönlichkeit, wie sie in unserer Region nur spärlich gesät sind. Maßgeschneidert waren seine Anzüge, nobel seine Karossen, und wohl grenzenlos seine Träume und Projekte. Mit seiner Kunstsammlung, für die er in seinem Glaspalast ein eigenes Museum einrichten ließ, bewies er Geschmack, Instinkt und Eigensinn.

Mit Fleiß, Intelligenz, Engagement, dem nötigen Quäntchen Risikobereitschaft und nicht zuletzt seiner unternehmerischen Kaltschnäuzigkeit schuf er sich ein international agierendes Imperium.  

Der aus einfachen, aber nicht armen Verhältnissen stammende Selfmademan schuf ein Unternehmen, das in seiner Glanzzeit mehr als 50.000 Mitarbeiter*innen beschäftigte. Zu den Projekten der Walter Bau AG zählten unter anderem die Sanierung des Olympiastadions in Berlin, der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden, die ICE-Trasse Köln–Frankfurt sowie der Bau von U-Bahnen in Seattle, Delhi und Algier. 2005 musste er mit seiner Firma Insolvenz anmelden. Walter machte Banken dafür verantwortlich, erholte sich jedoch von diesem herben geschäftlichen  Rückschlag und kaufte seine ehemalige Firmenzentrale zurück.

Bis zuletzt blieb er der Kunst und den Künstler*innen leidenschaftlich verbunden. Er wurde 87 Jahre alt. 

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