Zwischen den Villen
Die Malerin Isabelle Roth gefällt mit ihrer Schau »À Table« in Leitershofen
Den Kunstraum am Pfarrhof in Leitershofen kann man durchaus als besondere Adresse bezeichnen: In bester Hanglage begrenzt den Kulturort ein stattliches spätbarockes Pfarrhaus auf der einen sowie eine nicht ganz so üppig geratene Villa mit Bauhaus-Anklang auf der anderen Seite. Dazwischen erstreckt sich – terrassiert und elegant – ein Garten mit Wasserfläche, Skulpturen und sattem Grün.
In dieses Refugium laden Paul und Michael Kießling seit geraumer Zeit zu diversen Ausstellungsprojekten. Die Vernissagen gleichen heiteren Zusammenkünften. Man trifft auf Sammler*innen, Kunstkenner*innen und Künstler*innen. Gerne lassen sich hier auch Galerist*innen aus anderen Häusern blicken. Als Kooperationspartnerin des Kunstraums am Pfarrhof ist Irene Oberländer hier auch eine Ansprechpartnerin für die Gäste.
Man sollte sich von den angeregten Plaudereien im reizvollen Umfeld jedoch nicht täuschen lassen: Das Thema dieser Treffen ist die Kunst, der sich Michael Kießling ergeben hat. Sein so gewissenhaft wie engagiert kuratiertes Ausstellungsprogramm hat seinen Platz in der weißen Villa. Hierher bringt er alte Helden ebenso selbstverständlich wie Studierende der Kunstakademie München; oder eben wie gegenwärtig, die Schweizerin Isabelle Roth mit mit ihrer Schau »À Table«.
Ihre postkartengroßen bis wandfüllenden Formate kann man vielleicht zu allererst als großartige Illustrationen lesen. Erinnerungen an gelungene Bilderbücher der 1960er-Jahre werden wach. Ein guter Zeichenstrich, die Farben dezent, mit wenigen markanten Kontrapunkten.
Den Stillleben steht zuweilen diese Frau (siehe Foto) beiseite, zeitlos jugendlich; durchbricht das Starre der Tassen und Vasen, der Tische und Sessel um sie herum. Ihre Bewegungen verlassen den Rahmen des Vorbestimmten. Das alles funktioniert unaufgeregt gut. Aber sehen Sie selbst.
Isabelle Roth gibt sich mit »À Table« noch bis Ende Juni ein verführerisches Stelldichein im Kunstraum am Pfarrhof in Leitershofen. Geöffnet immer Samstag und Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr; außerhalb dieser Zeiten auch gerne Termine nach Vereinbarung.
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Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.