Künstlerische Konversation
Im Atelierpavillon an der Bergstraße bereiten Bruno Wank und Christof Rehm mit ihren Skulpturen und Fotografien dem Diskurs eine Bühne.
Die Besucher*in kommt außerhalb der Öffnungszeiten zum Atelierpavillon – der Blick durch die beiden Fenster offeriert eine Situation, die leise beunruhigt, gleichwohl durch ihre Schönheit magisch anzieht. »Sacra Conversazione« ist die Ausstellung betitelt – üblicherweise eine Bezeichnung für Darstellungen der Maria mit dem Kind, umgeben von einigen Heiligen. Doch hier beanspruchen sieben schwarzglänzend, schwerfließende Wesen des Bildhauers Bruno Wank den kleinen Raum – überlebensgroß. Sie werden von fünf großformatigen, präzisen Schwarzweiß-Fotografien von Christof Rehm an der gebogenen Wand umfangen, die Vulva und Penis in Nahaufnahme und in weit übermenschlichem Format zeigen. Diese Dekontextualisierung lässt karge, nahezu abstrakte Landschaften entstehen, in denen sich die sieben Wesen aufhalten. In der Verschränkung von Umkehrungen und dem spannungsgeladenen Spiel mit Abstraktion und Figuration bereiten die beiden Künstler eine Bühne für die großen Fragen: Ewigkeit, Schöpfung, Sex, Vergänglichkeit, Liebe, Miteinander. Für Besucher*innen wird es eng zwischen den Figuren – sie werden so unweigerlich Teil des Spiels. Der Diskurs kann beginnen.
Die Ausstellung ist bis zum 18. Mai zu sehen, jeweils Freitag und Samstag von 14 bis 17 Uhr. Zur Finissage am Sonntag, 18. Mai, um 17 Uhr spricht Kulturreferent Jürgen Enninger.
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