Fein geglückte Schwabenstreiche
Galerie Epple feiert 25 Jahre Erfolgsgeschichte – mit exzellenter Fotografie und charakterstarker Keramik.
Immer größere Kunstkreise zieht der »Sieben-Schwaben«-Markt Türkheim an, dank engagierter Kenner und Könner wie Franz Epple. In der Stube seines Vaterhauses arrangiert der Galerist künstlerische Dialoge – seit einem Vierteljahrhundert. Stets neu verdichtet Epple seine Hommage an die schwäbische Heimat. Sein lebendiges Netzwerk pflegt der studierte Kommunikationsdesigner und fleißige Zeichner als eigene Kunstform.
Epples langjähriger Freund Wilfried Edelmann spürt seit den 1980ern dem perfekten Licht nach, heute mit internationalem Renommee. Der in Buchloe gebürtige Fotograf hält bevorzugt landschaftliche Schönheit fest – mit traditionellem Hochwert-Equipment wie der Linhof Technorama. Die Früchte seiner grenzenlosen Geduld und technischen Brillanz präsentierte Edelmann u.a. bereits in Kooperation mit dem Bezirk Schwaben. »Meditativ« nennt der detailversessene Lichtbildner seine Schwarzweißpanoramen verwunschener Alleen oder frühlingshafter Obstwiesen. Durch ebenso eindrückliche Tiefe besticht sein naher Blick auf heiter-fragile, kleine Naturwunder.
Das harte, nicht minder subtile Kontrastprogramm liefert der Augsburger Helmut Hien in scherenschnittartigen Naturfotos. Erst ohne Laub zeigen Bäume für ihn ihren wahren Charakter. Seit jeher will Hien die Seele seiner Motive ergründen. Schon vor seinem Meisterabschluss Ende der 1970er porträtierte er Prominente. Sein Mut verhalf ihm zu raren Augenblicken mit rund 1.000 Berühmtheiten, darunter Klaus Kinski, die Rolling Stones und der Dalai Lama. Vor rund 10 Jahren entdeckte der bekennende Minimalist die Flora und Fauna für sein Œuvre, das auf ehrlichen Ausdruck fokussiert.
Sieben keramische Positionen verwurzeln die Fotografien gleichsam im Raum. Vulkanisch anmutende Gefäßplastiken von Jochen Rüth stehen hauchzartem, expressiv bemaltem Porzellan aus der Hand Karin Babloks und Christine Kleebergs gegenüber. Naturformen klingen in den sinnenfrohen Werken der Staatspreisträgerin Romina Ried ebenso fort wie in Barbara Ehrengrubers klarem Duktus, während sich heiter-fantastische Unikate von Susann Armbruster mit dem Nachlass Peter Bells ergänzen.
Spektakuläre Kunst in bodenständigem Rahmen will hier noch bis zum 15. November erlebt werden – immer sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Galerie Epple
Frühlingstraße 6 ·86842 Türkheim
Tel. 08245-1531
galerie-epple@t-online.de
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