Hundertwasser
Hundertwassergalerist erzählt in der Galerie KA7 von spektakulären Projekten mit dem Künstler.
Seit Anfang Oktober läuft in der Dachauer Galerie KA7 eine wunderbare Schau mit Druckunikaten des österreichischen Künstlers Friedensreich Stowasser, alias Hundertwasser.
Der vorwiegend als Maler und Grafiker, aber auch in den Bereichen Architektur und Umweltschutz tätige Universalkünstler wird von Teilen des Feuilletons etwas despektierlich behandelt, vom Publikum jedoch – auch viele Jahre nach seinem Tod – geliebt.
Peter Femfert gehört zu den Weggefährten Hundertwassers. Als Kopf und Besitzer der Frankfurter Institution »DIE GALERIE« hat er das Schaffen des ausgewiesenen Exzentrikers über lange Jahre erfolgreich begleitet – künstlerisch wie wirtschaftlich.
Mitte Oktober weilte Galerist Femfert anlässlich der Münchner Kunstmesse Highlights im Süden des Landes. Sein Dachauer Kollege und KA7-Chef Josef Lochner nutzte die Gelegenheit, seinen vielbeschäftigten Geschäftspartner für einen vergnüglichen Abend in sein Haus zu laden. Mit den ausgestellten Werken ist dieser bestens vertraut – stammen sie doch allesamt aus seinem Archiv.
Wer nun einen trockenen Vortrag über Technik und Symbolik erwartete, kennt Femfert nicht. Der etwas über 80-Jährige bezauberte die Gäste mit erfrischend vorgetragenen Geschichten, die ihn mit dem Künstler verbinden, und sprach – eher nebenbei – über die Präzision, die Hundertwasser bei seinen Drucken einforderte, oder über das Codierungssystem, mit dem Auflagen von bis zu 10 002 Stück als Unikate ausgewiesen wurden.
Der gemeinsame Weg begann in den frühen 1970er-Jahren in der Karibik. Femfert, damals noch RCA-Manager, lernte Hundertwasser als Nachbarn im Hafen kennen. Man mochte sich, segelte gemeinsam weiter und hielt Kontakt. Jahre später wechselte Femfert von der Musik zur Kunst und entsann sich seiner Reisebekanntschaft. Der Startschuss für eine künstlerisch wie wirtschaftlich unglaublich erfolgreiche und findige Zusammenarbeit war gegeben.
Manche Geschichten, die daraus folgten, haben etwas Spitzbübisches – auch das macht den Gentleman Femfert sympathisch. So erzählt er, wie dank einer seiner Aktionen der Verkehr vor seiner Galerie über Kilometer zusammenbrach, weil es galt, über eine rasch produzierte Sonderedition die Fertigstellung eines Hundertwasser-Kindergartens in Frankfurt zu retten. Die Rettung gelang – natürlich. Die Auflage hätte mehrfach verkauft werden können. Ein Exemplar kann nun in der KA7 erstanden werden – jedoch deutlich über dem einstigen Ausgabewert, versteht sich.
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