Ausstellungen & Kunstprojekte

Im Wunderland

Giovanna Silva, Batu Caves, Kuala Lumpur © Finstral
a3kultur-Redaktion

Finstral Studio Friedberg zeigt Multimedia-Ausstellung »Wonders of the Modern World«. 

 

Technische Spitzenleistungen liefert Finstral seit über 50 Jahren. Das aktuelle Angebot umfasst gar moderne Weltwunder – zu erleben im Friedberger Studio des international renommierten Fensterherstellers aus Bozen. Brauchen wir noch Wunder? Dieser Frage gingen Prof. Pier Paolo Tamburelli und Anna Livia Friel, unterstützt durch ein rund zehnköpfiges Team der TU Wien, in einem weltumspannenden Forschungsprojekt nach. Ihr Weg führte zum bröckelnden Mount Rushmore, den regenbogenbunten Batu Caves in Kuala Lumpur, der Großen Moschee von Touba (Senegal) sowie aufs Münchener Oktoberfest – neben fünf weiteren monumentalen Orten für Massenrituale. Bei der engeren Auswahl ihrer »Weltwunder« ließen sich Prof. Tamburelli und Mitwirkende intuitiv treiben, somit fielen auch Absurditäten wie der »afrikanische Petersdom« in ihr Schema.

Archaisch anmutende Stätten wurden jeweils multimedial und interdisziplinär erschlossen, soweit es deren schwer fassbare Aura zuließ. Denn sämtliche bereisten Monumente verströmen die Faszination des Außergewöhnlichen – unabhängig von ihrer geplanten Lebensdauer, errichtet für die Ewigkeit oder nur wenige Wochen präsent. Diesen mys­tischen Charakter spiegelt das gesamte Ausstellungs­design wider. Zugleich wirkt es nahbar und schließt humoristische Elemente ein, wie die am Eingang platzierte »Anubis«-Skulptur, geschaffen vom Architekten Werner Feiersinger, der Finstral außerdem Kupferstiche des Barockbaumeisters J. B. Fischer von Erlach als Leihgabe zur Verfügung stellte.

Jeweils in präzisen Momentaufnahmen fotografiert von Giovanna Silva, filmisch inszeniert von Giulio Squillacciotti, schließlich zu maßstabsgetreuen Buntglasminiaturen geschrumpft, laden die versammelten Weltwunder zum Nähertreten und Reflektieren ein. Zur Ausstellungseröffnung Anfang Oktober betonte Tamburelli die historische Bedeutung von Architektur als sozial und politisch verbindende, sinnstiftende Komponente. Sein Herkulesprojekt ergab eine Fülle an Beweisen, dass Wunder ein integraler Bestandteil des modernen Lebens sind – und bleiben dürften. Im Frühjahr 2025 gastierte »Wonders of the Modern World« bereits in Mailand. Das Magazin »ARCH+« widmete dem Projekt eine eigene Ausgabe.

Im Finstral Studio Friedberg, Winterbruckenweg 64, ist die Ausstellung bis zum 30. März 2026 zu den regulären Öffnungszeiten bei freiem Eintritt zugänglich. 

Infos & Termine unter www.finstral.com


 

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