Ausstellungen & Kunstprojekte

Poesie der Wasserbilder

Patrick Rohner Leitershofen Kunstraum
a3kultur-Redaktion

Verdichtungen, Materie und Prozesse. Die Ausstellung von Patrick Rohner sollten Sie besuchen.

Mit der Entscheidung, den Schweizer Künstler Patrick Rohner ins Programm des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen aufzunehmen, hat Galerist Michael Kießling alles richtig gemacht.

Die außergewöhnlichen Arbeiten füllen die drei Etagen des Flachbaus in Hanglage nicht nur – sie bespielen diesen reizvollen Kulturort. Beim Flanieren bleibt man immer wieder vor einem dieser als Flachware getarnten Werke in drei Dimensionen stehen, in der Hoffnung, irgendwie hinter die Geheimnisse dieses Künstlers und Alchimisten zu kommen.

Dabei betreibt Rohner keinerlei Mystifizierung um seine Arbeit. Sechs Stunden Filmmaterial, aufbereitet und präsentiert im Souterrain der Galerie, geben Einblick – für alle, die bereit sind, sich die Zeit dafür zu nehmen. Kurzbeschreibungen der Techniken sind zudem in der gelungenen Begleitpublikation zu lesen.

Da wären zunächst die »Wasserbilder«. Sie erinnern beim ersten Hinsehen in Aufbau und Farbgebung an Fotografien zerstörter Natur – mit all den optischen Reizen und der Poesie, die sie, aufgenommen aus der Vogelperspektive, hervorzaubern können. Rohner erweckt diese Welten in zeitaufwendigen Prozessen mit Farbpigmenten und Wasser auf Holzplatten. Entscheidend für das Ergebnis ist sein Wissen um den Einsatz dieser Mittel, ihre Verdunstungseigenschaften und Ablagerungsgeschichten. Ein so profanes Werkzeug wie den Pinsel benutzt der als hervorragender Zeichner geltende Rohner dabei nicht.

Seine »Steinzeichnungen« könnten in der Gewitztheit ihres Findungsprozesses auch aus dem Portfolio von Max Prüfer stammen. Mit diesem Augsburger Ausnahmekünstler verbindet Rohner – neben den fortlaufenden Bezügen zur Natur – auch die direkte Arbeit am Berg, im Wasser und im Wald sowie die Lust am chemisch-alchimistischen Experiment.

Neben der raumeinnehmenden Fotoinstallation »Begehung« ist am Pfarrhof eine weitere größere Werkgruppe zu sehen, die unter der Bezeichnung »Öl auf Sperrholzplatte« firmiert. Die bis zu gut zwei Quadratmeter großen Arbeiten erzeugen im Wechselspiel ihres vermeintlich wuchtigen Daherkommens bei feinster Struktur in der Detailansicht eine nicht zu unterschätzende Wirkkraft.

Die Ausstellung ist bis zum 30. November zu sehen.
 

www.kunstraum-leitershofen.de


 

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