Club & Livemusik
Jazz

Lebendig wie nie

Stephanie Jones
a3kultur-Redaktion

Das 14. Wertinger Gitarrenfestival 2025 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Welt der Gitarre sein kann.

Schon der Eröffnungsabend stellte dies unter Beweis: Die Al Jones Blues Band füllte die Stadthalle mit warmen, erdigen Bluesklängen und verlieh dem Festival einen energiegeladenen Auftakt. Festivalleiter Johannes Tonio Kreusch betonte vorab, dass jeder Jahrgang etwas Neues bieten solle – ein Anspruch, den das Programm einmal mehr erfüllte.

Der Samstag machte diese Vielfalt besonders deutlich. Stephanie Jones, die australische Meistergitarristin, eröffnete das Doppelkonzert mit einem Werk von Bach, das sie mit ruhigem, klar strukturiertem Ton interpretierte. Ihr Verständnis von Musik als verbindendes Element wurde im Konzert unmittelbar spürbar: Mit Stücken ihres Landsmannes Richard Charlton nahm sie das Publikum mit auf imaginäre Reisen – vom Flug eines schwarzen Kakadus bis zu einer nächtlichen Landschaft »unter einem Fluss von Sternen«. Ihre Darbietung bildete einen poetischen Gegenpol zur kraftvollen Blues-Atmosphäre des Vortags.

Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Paul Brändle, der als früherer Workshop-Teilnehmer und gebürtiger Wertinger eine enge Beziehung zum Festival hat. In Zeiten künstlich erzeugter Musik betonte er die Bedeutung echter Live-Momente. Gemeinsam mit seinem Duo-Partner Andreas Dombert gestaltete er einen feinfühligen Dialog zweier Gitarren – ein Auftritt, der zugleich Heimatverbundenheit und internationale Professionalität verkörperte.

Den Abschluss bildete die traditionelle Sonntagsmatinée mit dem »Rising Star«-Konzert. Der junge Brite Torrin Williams zeigte eine beeindruckende, intime Verbindung zu seinem Instrument. Seine vielfarbigen Klangbilder – mal sanft, mal beschwingt, mal nachdenklich – machten die Gitarre zur Stimme eines persönlichen Dialogs. Als Preisträger bedeutender Wettbewerbe, zuletzt des Internationalen Gitarrenwettbewerbs Nürtingen, bewies er eindrucksvoll, warum er als vielversprechender Name der Gitarrenszene gilt.

Das Festival zeigte erneut, wie facettenreich Gitarrenmusik sein kann – von Blues über Klassik bis zu zeitgenössischen Klängen. Wertingen wurde auch 2025 wieder zu einem Ort, an dem die Gitarre in all ihren Ausdrucksformen lebendig wurde.

 

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