Die 80 jungen Musiker*innen unter der Leitung von Carolin Nordmeyer bewiesen im Kongress am Park überaus eindrucksvoll, dass sie solistisch brillieren und im »tutti« musikalische Spannungskurven von der ersten bis zur letzten Sekunde auf höchstem Niveau zu halten vermögen.
Perfektion – sechshändig
Jugendarbeit mit Piano, Cello und Violine. Zum Abschluss der Saison präsentiert sich das Guadagnini Trio im Kulturschloss Höchstädt in Höchstform.
Der Rittersaal war nahezu voll besetzt. Jugendwerke von Beethoven, Schostakowitsch und Brahms versprach das Programm. Den Anfang durfte Ludwig van Beethoven mit dem Trio Nr. 3 in c-Moll op. 1/3 machen. Entstehungsjahr 1795. Da war der Gute dann doch schon 25 Jahre alt. Unser eigenes Wirken in diesem Alter in Bezug zu setzen, wäre Schwermut blasen. Also lassen wir das.
Herrlich wurde das Jugendwerk von Alina Armonas-Tambrea, Violine, Edvardas Armonas, Violoncello, und Xannick van de Velde, Klavier, zur Aufführung gebracht.
»Der Rezensent freute sich über dieses Trio, und zwar besonders, weil in ihm … die fröhliche Jugend des Meisters sich noch ungetrübt, leicht und leichtfertig abspiegelt, gleichwohl aber die spätere, tiefe Ernst und die zarte Innigkeit … unverkennbar hervorleuchtet …«, zitiert das auffallend unterhaltsam und kenntnisreich geschriebene Programmheft einen Kritiker um 1800. Guter Mann. Recht hatte er.
Auch das Publikum wusste die Leistung des Trios zu schätzen. Maßvolles Schweigen nach dem 4. Satz. Dann ein erster, heftiger Applaus, der in leichter Spannung zu Dimitri Schostakowitsch überleitete. Er war erst 17 und studierte in St. Petersburg, als er sein Trio Nr. 1 c-Moll op. 8 komponierte. Was für ein Alter. Aber wollen wir darüber im Ernst nachdenken?
Das Trio brachte das Werk mit traumwandlerischer Leichtigkeit und Eleganz, wo geboten, und würdevoller Wehmut, wo gefordert, auf die Bühne. Es folgte langer Applaus, darauf eine lange Pause. Der zweite Teil des Abends gehörte Johannes Brahms. Sein Trio Nr. 1 H-Dur op. 8 veröffentlichte er als junger Spund mit 21 Jahren, überarbeitete es jedoch drei Jahrzehnte später zur in Höchstädt gebrachten Form.
Es tat gut, diesen vier Sätzen lauschen zu dürfen, abzuschalten und durch die wunderbarste Musik neue Kraft und frischen Mut zu schöpfen. Wir werden beides zur Genüge brauchen. Weihnachten steht vor der Tür.
Konzerte 2026 im Rittersaal von Schloss Höchstädt:
• Benjamin Moser: 285 Jahre Goldberg-Variationen Samstag, 21. März 19 Uhr
• Kodály Quartett: Eine Legende auf Welt-Tournee Samstag, 18. April 19 Uhr
• Fagotti Parlandi: Fagotte, die sprechen Samstag, 23. Mai 19 Uhr
• Ensemble Classique: Von Renaissance bis Bernstein Samstag, 27. Juni 19 Uhr
• Julia Rinderle: Verborgene Schätze Samstag, 17. Oktober 19 Uhr