Frieden für den A****?
Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben fokussiert sich auf den »Frieden« in Zeiten von Gewalt und Kriegen.
1995 wurden im ägyptischen Taba und in Washington D.C. das zweite Osloer Abkommen unterzeichnet. Mehr als 30 Jahre ist es her, dass ein friedliches Nebeneinander Israels und Palästinas ermöglicht werden sollte. Das Abkommen galt damals als Meilenstein. Formell hat es bis heute Gültigkeit, umgesetzt wurde es jedoch nie. Die Spirale aus Gewalt und Gegengewalt dreht sich im Nahen Osten bis heute weiter.
»The Only Thing Left To Do With The Oslo Accords« heißt das Werk der amerikanisch-israelischen Künstlerin Andi Arnovitz und ist als zynischer Kommentar zum Scheitern des Osloer Friedensprozesses zu verstehen. Drei Klopapierrollen, auf denen die Osloer Verträge abgedruckt sind, weisen darauf hin, welcher Verwendung man die Abkommen ihrer Ansicht nach heute nur noch zuführen kann.
Neben Arnovitz sind weitere zeitgenössische Kunstwerke in der Ehemaligen Synagoge in Kriegshaber zu entdecken. Die Ausstellung entwickelte das Jüdische Museum Wien anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine. Einen Monat vor der Eröffnung überfiel die Hamas Israel, tötete mehr als 1.200 Menschen und entfachte erneut eine nahezu grenzenlose Gewalt in der Region.
Die Präsentation in Augsburg legt einen Fokus auf das Engagement für Frieden in Deutschland und die Bedeutung des Themas in Augsburg. Sie stellt Fragen wie: Was ist Frieden im Judentum? Welche Rolle spielt das Patriarchat? Wie setzen sich vor allem Frauen* für den Frieden ein? Wie hängen Gerechtigkeit und Frieden zusammen und was hat der Klimawandel damit zu tun?
Die Ausstellung kann nur einen kleinen Einblick in das große Thema »Frieden« liefern, ruft aber Errungenschaften des Friedens ins Gedächtnis, lädt dazu ein, über Frieden zu philosophieren, präsentiert spannende Positionen von Künstler*innen und stellt aktuelle Friedensprojekte vor. »Frieden ist ein Prozess. Frieden muss gepflegt werden.« Den Worten des Kurators Tom Juncker aus Wien ist nichts hinzuzufügen.
Die Ausstellung ist bis 13. September in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber zu sehen. Mehr Informationen unter www.jmaugsburg.de
Das könnte Sie auch interessieren
Malerische Landschaften
Formen die Leuchten
Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.