Wir sind reich!
Exquisite Sonderausstellung im Schaezlerpalais zum 500. Todestag Jakob Fuggers.
Selbst der reichste Mensch aller Zeiten begann als einfacher Azubi: Der junge Jakob Fugger zog nach Venedig, um sich im damaligen Welthandelszentrum das Kaufmannshandwerk anzueignen. Den Elon Musk der Renaissance prägte die »Serenissima« geistig wie äußerlich. Im späteren Signatur-Outfit mit venezianischer Goldhaube hielt ihn Albrecht Dürer um 1520 fest. Das ikonische Werk strahlt nun wieder öffentlich in die Gegenwart, ganz zentral repräsentiert es die Sonderschau »Reichtum der Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe«. Dürer porträtierte den scharf blickenden Visionär vor der azurblauen Weite seines europaweiten Handelsimperiums. Gegenseitiger Respekt verband den »Geldkönig« mit dem ebenso reise- wie innovationsfreudigen Künstler, dessen Genialität auch in die Ausgestaltung der Fuggerkapelle St. Anna einfloss.
Im zweiten Stock des Schaezlerpalais können Interessierte den großen »Bürger Augsburgs« sogar erfühlen. Zu betrachten ist Jakob Fugger »der Reiche« auf drei Räume verteilt insgesamt fünfmal, jeweils aus verschiedener Hand. Das Arrangement präsentiert Meisterwerke in außergewöhnlicher Dichte, darunter Leihgaben aus Fuggerschem Privatbesitz sowie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Neben neu beleuchteten Venedig-Szenerien u. a. von Baumgartner, Custos oder Canaletto entdeckt man absolute Raritäten, etwa Hans Malers ausdrucksstarkes Fuggerbildnis, postum entstanden nach einer Vorlage Hans Burgkmairs des Älteren. Das exquisite Arrangement von Gemälden, Zeichnungen, Schriftstücken sowie Grafiken ergänzen weitere sensationelle Preziosen, meisterlich geschaffen aus feinsten Materialien wie Glas, Gold oder Ebenholz. Manche dieser Kleinode wirken auf den zweiten Blick erst richtig spannend, wie die doppelköpfigen Messing-Türgriffe der Fuggerschen Badstuben. Alle Exponate spiegeln den hohen Rang der Kunst im Alltag des sonst bescheidenen Monopolisten wider – und Augsburgs einstige Bedeutung als Kunsthauptstadt.
Im Rahmen der bis zum 12. April 2026 laufenden Exklusivschau ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant, unter anderem finden mehrere Sonderführungen und Vorträge statt sowie ein eigenes Programm für Schulklassen. Zum Spaßhaben an aktueller Kunst sowie zum Nachdenken über deren Bedeutung will die Instagram-Aktion #keepingupwiththefuggers anregen: Wer mag, kann ein Renaissance-Selfie posten und so am Reichtum der Fugger partizipieren.
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