Comedy im natürlichen Habitat der Kunst
Kunst-Kabarettist Jakob Schwerdtfeger präsentiert sein Programm »Meisterwerk« im Kunstforum Oberschönenfeld.
Mitten zwischen Kunstwerken aufzutreten, fühlt sich für Jakob Schwerdtfeger vollkommen richtig an. »Ich fühle mich dann wie so ein Fisch, den man ins Wasser wirft – weil das einfach mein natürliches Habitat ist«, sagt der Kunst-Kabarettist. Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche ist er selbst im Museum unterwegs, schaut, beobachtet, denkt nach. Kunst ist für ihn kein Bühnenmotiv, sondern Lebensraum. Am Sonntag, 8. Februar (15 Uhr) bringt Schwerdtfeger sein Comedy-Programm »Meisterwerk« ins Kunstforum Oberschönenfeld – dorthin, wo Kunst nicht erklärt, sondern erlebt wird.
Sein Programm ist fest geschrieben, neun Monate lang hat er daran gearbeitet. Und doch spielt der Ort eine Rolle. »Ich nehme schon Bezug auf die Werke, wo es passt, und gehe auch vereinzelt darauf ein«, sagt Schwerdtfeger. Spontane Comedy über eine Ausstellung, ohne ihren Kontext zu kennen, komme für ihn allerdings nicht infrage. »Es geht mir nicht darum, in eine Ausstellung zu gehen und sie zu erklären.« Was er zeigen möchte, sei etwas anderes: »Wie unfassbar faszinierend Kunst ist – und dass sie unser Leben viel, viel mehr berührt, als wir denken.«
Kunst, so Schwerdtfeger, finde nicht nur im Museum statt. Sie sei politisch, historisches Zeugnis, Spiegel ihrer Zeit – und manchmal überraschend komisch. »Kunst kann uns ganz viel über alte Zeiten erzählen. Kunst kann aber eben auch wahnsinnig lustig sein.« Sein Anspruch: Comedy mit Mehrwert. »Ich möchte nicht nur einen Witz um des Witzes willen machen, sondern ich möchte damit etwas sagen.« Am Ende gehe es darum, Begeisterung und Leidenschaft für Kunst zu vermitteln – und Menschen Lust auf Kunst zu machen. Um über die gefühlte Hürde hinwegzuhelfen, die oft rund um Kunst existiert.
Humor versteht Schwerdtfeger dabei als Mittel zum Zweck. »Ich benutze Humor als Vehikel, um Türen zu öffnen.« Lachen mache offen – diesen Moment nutzt er, um Wissen und Begeisterung zu transportieren. Gehässig wird es dabei nie. »Ich mache mich nicht über Kunst lustig«, betont er. »Was sich liebt, das neckt sich.« Und genau so gehe er mit der Kunst um. Es sei immer klar: »Kunst ist einfach mein Leben. Ich beschäftige mich jeden Tag unfassbar viel damit.«
Begonnen hat alles hinter den Kulissen eines Museums. Schwerdtfeger arbeitete dort als Student der Kunstpädagogik, später in einem festen Job – und stand parallel mit Comedy auf der Bühne. Zunächst mit Alltagscomedy. »Die erzählt sich irgendwann aber auch aus«, sagt er rückblickend. Das Kunstthema hingegen habe Substanz, Tiefe, Reibung. Irgendwann traf er eine klare Entscheidung: Er kündigte seinen Museumsjob und setzte alles auf eine Karte. Bühne und Kunst – beides zusammen.
»Meisterwerk« richtet sich an kunstaffine Menschen ebenso wie an jene, die bislang wenig Berührung mit Kunst hatten. Schwerdtfeger bietet einen neuen Zugang: einen humorvollen Streifzug von der Steinzeit bis heute, inklusive eines rasanten Schnelldurchlaufs durch 600 Jahre Kunstgeschichte in sechs Minuten. Chronologisch ist das nicht, vielmehr thematisch. »Ich arbeite mich nach Lebensbereichen durch und
greife mir aus der Kunstgeschichte, was mir gerade passt.«
Am Ende bleibt vor allem eines: die Erkenntnis, dass Kunst näher ist, als man denkt – und dass man über sie lachen darf. Und sogar sollte.
www.kunstforum.bezirk-schwaben.de
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