Politik & Gesellschaft

Ein neues Wohnzimmer im Herzen der Stadt

Max 59 © Stadt Augsburg/Ruth Plössel

Mit dem MAX 59 entsteht in den kommenden zwei Jahren in der Maximilianstraße ein Projekt, das schon jetzt ein starkes Zeichen an die junge Stadtgesellschaft sendet. Ein Gastbeitrag von Michael Hegele, Persönlicher Referent der Bürgermeisterin Martina Wild

Im Herzen Augsburgs wird ein Haus saniert, das künftig Kindern und Jugendlichen als kulturelles, soziales und kreatives Wohnzimmer dient. Die Umwandlung des ehemaligen städtischen Leopold-Mozart-Konservatoriums ist dabei weit mehr als eine bauliche Maßnahme – sie ist ein Bekenntnis dazu, Jugend sichtbar, zentral und selbstbewusst in der City zu verankern.

Bevor das Haus seine Türen öffnen wird, wurde im Sommer 2025 ein breiter Beteiligungsprozess gestartet. In Workshops und Beteiligungsformaten, die durch die »bauwärts – Stadt Raum Bildung Kultur« umgesetzt werden, formulieren Jugendliche ihre Wünsche an ein »Wohnzimmer mitten in der Stadt« – einen Ort, der ihnen gehört, sie stärkt und ihnen Raum gibt, sichtbar zu sein. Aus diesen Gesprächen wird besonders eines deutlich: Viele Jugendliche wünschen sich mehr Teilhabemöglichkeiten und Freiräume.
 

Mehr Chancen für benachteiligte Jugendliche

Für junge Menschen, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen – sei es finanziell, familiär oder sozial –, soll das MAX 59 ein Ort werden, der Schwellen abbaut. Ein Haus, in dem Unterstützung selbstverständlich ist, in dem Bildung, Kreativität und Beratung Platz haben und in dem Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft oder Lebenssituation Möglichkeiten finden, die sonst fehlen. MAX 59 soll damit auch ein Schutz- und Entwicklungsraum sein – gerade für diejenigen, die ihn am dringendsten brauchen.
 

Ein Haus für alle Generationen

Gleichzeitig betonen alle Altersgruppen im Beteiligungsprozess immer wieder, dass sie sich keinen exklusiven Jugendort wünschen, sondern einen Ort, der Generationen verbindet. Ein Haus, in dem ältere Menschen ebenso willkommen sind wie Familien, Ehrenamtliche oder Interessierte aus der Nachbarschaft. Die Vorstellung ist klar: ein Ort, an dem man gemeinsam kocht, musiziert, diskutiert, voneinander Neues lernt – und an dem sich unterschiedliche Lebenswelten bewusst mischen. Genau dieser Wunsch nach Miteinander ist zu einem der stärksten Leitgedanken des Projekts geworden. Die Lage in der Maximilianstraße unterstützt diesen Ansatz: Ein offener Treffpunkt mitten in der Stadt schafft Nähe, Sichtbarkeit und Zugänglichkeit.
 

Gemeinsam möglich: Stadt Augsburg & Tessin Stiftung

Ermöglicht wird das MAX 59 durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Augsburg und der Dr. Ingeborg und Marion von Tessin Stiftung, die dieses Projekt federführend umsetzen möchte.

In einer Zeit, in der kommunale Haushalte stark unter Druck stehen, zeigt diese Partnerschaft, dass wichtige gesellschaftliche Projekte trotzdem machbar sind, wenn Verantwortung geteilt wird. Die Stiftung unterstützt nicht nur finanziell, sondern auch mit großer Verlässlichkeit und echter Überzeugung.

Wenn das sanierte Haus in ca. 2 Jahren seine Türen öffnet, wird es ein Ort sein, der lange vorher entstanden ist: in den Stimmen der Jugendlichen, im Dialog der Generationen und im Zusammenspiel vieler engagierter Akteur*innen. 

www.max59.de


 

Das könnte Sie auch interessieren

Mira Emke
Politik & Gesellschaft, Workshop

»Mit vereinten Kräften«

Am 20. September wird in ganz Deutschland der Weltkindertag gefeiert.
Malte Günther
Ausstellungen & Kunstprojekte, Politik & Gesellschaft

Sport verbindet

Eine neue Ausstellung widmet sich dem Spannungsfeld von Ausgrenzung und Diskriminierung im Sport.
Jürgen Kannler
Politik & Gesellschaft

Glück, Kultur, Rendite

Das Glück

Die glücklichsten Großstadtmenschen Bayerns findet man in Augsburg. Im nationalen Vergleich liegt unsere alte Römerstadt auf Platz 2. Getoppt von Erfurt in Thüringen. Dieses Ergebnis brachte eine Studie der SKL unter deutschen Kommunen über 100.000 Einwohner*innen an den Tag.