visionär: Lisa McQueen
Am 8. März sind in Bayern Kommunalwahlen. Aus diesem Grund haben wir Kandidat*innen unterschiedlicher Parteien nach ihrer Vision für die Kulturstadt Augsburg 2036 gefragt.
Ich sehe Augsburg in zehn Jahren als Kulturstadt, die verstanden hat, dass Kultur kein Kostenfaktor, sondern ein Wirtschaftsmotor ist. Wo Kultur wächst, entstehen Arbeitsplätze: mehr Architekt*innen, die Räume neu denken, mehr Handwerker*innen, Bühnenbauer*innen, Techniker*innen, Kurator*innen und Gastronom*innen.
Die Stadt verändert ihr Gesicht, weil Ästhetik nicht mehr verordnet, sondern gelebt wird – eingebettet in Quartiere, Höfe, Parks und Erdgeschosse. Kultur schafft Nachfrage, Frequenz und Verweildauer. Sie macht Stadtteile attraktiv, ohne sie zu entleeren.
Diese Stadt lebt nicht nur am Wochenende. An einem Montagabend klingt Jazz aus einer kleinen Bar, ein Klavier, ein Saxophon; Menschen bleiben stehen, kommen ins Gespräch. Die Freie Szene verfügt über viele kleine, professionell ausgestattete Bühnen, verteilt über die Stadt, niedrigschwellig und sichtbar. Urban Gardening ist nicht mehr nur Hobby, sondern Teil des Stadtbilds: produktive Gärten zwischen Häusern, auf Dächern, in Innenhöfen – betreut und genutzt von Nachbarschaften.
Die kleinen Kinos werden von einer gemeinnützigen Gesellschaft getragen: ganztägig offene Orte, Filme kostenfrei, als kulturelle Grundversorgung. Verwaltungen, die ohnehin öffentlich zugänglich sind, zeigen regionale Kunst, genauso wie Parks und Höfe.
Augsburg wird ein starker Wirtschaftsstandort durch Kultur: weil Menschen bleiben, arbeiten, gründen und sich verbinden. Eine Stadt, die wirklich lebt.
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