Der Impressionismus Sloweniens
Herausragende Kunst in Dachau: Die Gemäldegalerie widmet sich dem slowenischen Impressionismus und seinen Verbindungen nach München und Dachau.
Sie steht im Grünen, ein roter Schirm schützt sie vor der Sonne. Das großformatige Bild, zwischen 1904 und 1906 vom slowenischen Künstler Matej Sternen (1870–1949) gemalt, ist eines der Meisterwerke aus den Beständen der Nationalgalerie Sloweniens, die in der Gemäldegalerie Dachau die besonderen Verbindungen zu Dachau und München beleuchten. Am Ende des 19. Jahrhunderts – Slowenien war noch kein selbstständiger Staat, sondern Teil des Habsburgerreiches – boten sich den dortigen Künstler*innen nur begrenzte Entfaltungsmöglichkeiten. Diejenigen, denen Wien zu akademisch festgefahren war, wandten sich nach München, das seinerzeit Aufbruch verhieß. Einer von ihnen war Anton Ažbe (1862–1905), der 1891 eine erfolg- und einflussreiche Malschule begründete. Die Wege des künstlerischen Alltags führten zu dieser Zeit auch immer wieder ins nahegelegene Dachau, das sich zu einer Künstlerkolonie entwickelt hatte. Frauen, denen der Besuch der Akademie verwehrt war, mussten andere Wege und Umwege zur Kunst beschreiten. So auch Ivana Kobilca (1861–1926), hier mit eindringlichen Porträts vertreten, die heute als wichtigste slowenische Künstlerin der Moderne gilt.
Die Landschaften und Porträts zwischen Realismus und (Neo-)Impressionismus öffnen den Besucher*innen den Blick für den slowenischen Weg in die Moderne. Doch spätere Aspekte werden nicht ausgespart: Ein Teil der Ausstellung zeigt Arbeiten von Zoran Mušič (1909–2005), der 1944 im KZ Dachau interniert war. Ein lohnender, ausführlicher Katalog begleitet die exzellente Schau.
»Wege des Impressionismus. Die slowenische Moderne und Dachau« ist bis zum 12. April in der Gemäldegalerie Dachau zu sehen. Im Januar gab es anlässlich der Ausstellung im Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte eine wissenschaftliche Diskussionsrunde, deren Aufzeichnung auf YouTube verfügbar ist.
www.dachauer-galerien-museen.de
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